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title: "Freistaat Sachsen Mentorenfortbildung an Schulen; nachhaltige Qualitätsentwicklung der Lehrkräftebildung"
sdDatePublished: "2026-09-15T16:23:00Z"
source: "https://www.xn--lehrkrftebildung-0nb.sachsen.de/download/26_09_14_Konzeption_Mentorenfortbildung.pdf"
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  - name: "education policy"
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locations:
  - "Sachsen"
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Freistaat Sachsen Mentorenfortbildung an Schulen; nachhaltige Qualitätsentwicklung der Lehrkräftebildung

Konzeption zur Fortbildung von Mentorinnen und Mentoren an Schulen im Freistaat Sachsen

1
Konzeption zur Fortbildung von
Mentorinnen und Mentoren an
Schulen im Freistaat Sachsen

2

Inhalt
1

Anlass der Konzeptentwicklung.....................................................................................3
2

Fachliche Begründung....................................................................................................4
3

Einordnung und übergeordnete Ziele aus institutioneller Sicht

..................................6
4

Das Angebot im Überblick

..............................................................................................7
4.1

Zielgruppe und Teilnahmevoraussetzungen

......................................................................7
4.2

Didaktische Grundsätze der Fortbildungsmaßnahmen

......................................................7
5

Struktur des Fortbildungsangebots

...............................................................................9
5.1

Der MentoS-Tag: Einführung, Orientierung, Reflexion

.....................................................10
5.2

Modulbeschreibungen

.....................................................................................................12
6

Anhang...........................................................................................................................18
6.1

Anlage 1: Kompetenzen, Teilkompetenzen und Indikatoren

............................................19
6.2

Anlage 2: Selbsteinschätzungsbogen als Grundlage zur Fortbildung von Mentorinnen
und Mentoren

..................................................................................................................24
6.3

Anlage 3: Literaturverzeichnis..........................................................................................28

3
1 Anlass der Konzeptentwicklung
Eine zentrale Rolle in der Lehrkräftebildung nehmen Mentorinnen und Mentoren ein. Sie leisten ei-
nen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung angehender Lehrkräfte (Führer, Cramer 2020;
Gröschner, Klaß 2020; Hascher, Kittinger 2014) und unterstützen den Aufbau professioneller Hand-
lungskompetenzen in allen Ausbildungsphasen (Kraft et al. 2018).
Diese Einschätzung wird durch aktuelle Forschungsergebnisse gestützt. Die Befunde verdeutlichen,
dass sowohl Mentorinnen und Mentoren als auch Mentees das Mentoring mehrheitlich als förderlich
und gewinnbringend einschätzen. Aus den empirischen Ergebnissen lassen sich positive Effekte auf
die Professionalisierung und Kompetenzentwicklung angehender Lehrkräfte ableiten – vorausge-
setzt, es bestehen günstige Rahmenbedingungen: eine fundierte Qualifikation der Mentorinnen und
Mentoren, ein hohes Maß an Engagement sowie unterstützende institutionelle Strukturen (ebd.).
Auch wenn sich Kraft et al. (2018) auf Coaching beziehen, erscheinen die beschriebenen Effekte
auf die Kompetenzentwicklung aufgrund ähnlicher struktureller Merkmale (z. B. individuelle Beglei-
tung, Feedback, professionelle Reflexion) grundsätzlich auf Mentoring übertragbar.
Dabei gilt es zu beachten, dass das Mentorat nicht zum regulären Aufgabenprofil von Lehrkräften
gehört (Kress 2022) und die damit verbundenen Anforderungen deutlich über die der unterrichtlichen
Tätigkeit hinausgehen (Hobson et al. 2009). Eine spezifische Fortbildung, die auf die Komplexität
der Rolle vorbereitet und eine kontinuierliche Begleitung gewährleistet, ist daher unabdingbar.
Im Freistaat Sachsen werden seit 2010 auf der Grundlage einer Konzeption des Sächsischen Bil-
dungsinstituts Fortbildungsmaßnahmen für Mentorinnen und Mentoren angeboten. Um der spezifi-
schen Professionalität im schulischen Mentoring systematisch noch besser gerecht zu werden, wird
eine Überarbeitung dieses Konzepts vorgenommen. Die Neuausrichtung der Fortbildung für Mento-
rinnen und Mentoren schärft die Strukturierung, die phasenübergreifende Anschlussfähigkeit sowie
die evidenzbasierte Fundierung, um eine nachhaltige Qualitätsentwicklung in der Lehrkräftebildung
zu fördern.
Da bislang verbindliche Standards zur Fortbildung von Mentorinnen und Mentoren fehlen (Weber,
Czerwenka 2021), bieten zunächst die geltenden Standards der Kultusministerkonferenz (KMK
2022) sowie das Gutachten der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission zur Lehrkräftegewin-
nung und Lehrkräftebildung (SWK 2023) Orientierung. Es gilt, diese übergeordneten Standards ent-
sprechend den spezifischen Bedingungen des sächsischen Bildungssystems auszugestalten.

4

2

Fachliche Begründung
Mentorinnen und Mentoren übernehmen im

Vorbereitungsdienst

und während der Begleitung der
Studierenden vielfältige Aufgaben, etwa bei der Unterrichtsplanung und

-durchführung, der Refle-
xion von Unterricht, der entwicklungsorientierten Beratung sowie bei der Einführung in das Schul-
system (Reppel et al. 2024). Im Rahmen der

Fortbildung

von Mentorinnen und Mentoren ist es zent-
ral, die erforderlichen Kompetenzen zu stärken, die für eine professionelle Wahrnehmung dieser
Aufgaben wesentlich sind. Im Folgenden werden dazu acht zentrale Kompetenzen von Mentorinnen
und Mentoren hergeleitet. Sie orientieren sich an empirisch belegten Anforderungen hinsichtlich ei-
nes professionellen pädagogischen Handelns in Ausbildungskontexten und sollen die Grundlage für
eine standardorientierte

Fortbildung

bilden:
Integrieren und begleiten
Forschungsergebnisse zeigen übereinstimmend, dass Mentorinnen und Mentoren in schulischen
Ausbildungsprozessen eine doppelte Rolle übernehmen.

Sie gestalten einerseits die Anbindung der
Mentees an schulische Abläufe und begleiten

deren

Lernprozesse

aktiv, andererseits reflektieren
sie ihr eigenes Handeln und entwickeln dieses systematisch weiter (u. a. Haas 2021; Reppel et al.
2024; Kress 2022).
Professionell

beobachten
Diese Kompetenz wird in der Professionalisierungsforschung als ein zentrales Qualitätsmerkmal für
gelingende Ausbildungsprozesse verstanden (u. a. Lipowsky,

Rzejak 2019). Die Anwendung klar
definierter Kriterien zur Unterrichtsbeobachtung, wie sie in aktuellen Studien zur Unterrichtsqualität
hervorgehoben werden (u. a. Voss et al. 2011), bildet die Grundlage für die Ableitung individueller
Entwicklungsperspektiven. Zu diesen Kriterien zählen unter anderem kognitive Aktivierung (u. a.
Klieme 2006),

Klassenführung (u. a. Praetorius et al. 2018)

und konstruktive Unterstützung (u.
a.

Helmke 2015). Mentorinnen und Mentoren müssen in der Lage sein,

diese Kriterien gezielt
anzuwenden,

um

die

Unterrichtsqualität ihrer Mentees zu bewerten und konkrete
Entwicklungsansätze abzuleiten.
Wirksam diagnostizieren
Eine zentrale Voraussetzung für die gezielte Begleitung ist die Fähigkeit, die Lernausgangslage so-
wie die professionelle Entwicklung der

Mentees differenziert zu diagnostizieren und darauf aufbau-
end geeignete Lernimpulse zu setzen. Empirische Studien belegen, dass eine systematische, struk-
turierte

Diagnose

entscheidend

zur

Passung

von

Unterstützungsangeboten,

zur

Stärkung

der
Selbststeuerung sowie zur Motivation der Mentees beiträgt (u. a. Richter et al. 2013). Entwicklungs-
gespräche, die auf dieser Diagnose basieren, gelten als Grundlage, um Zielorientierung und Selbst-
wirksamkeit der Mentees nachhaltig zu fördern (u. a. Lipowsky,

Rzejak 2019; Teo et al. 2024).
Unterrichtsplanungen und

-durchführungen unterstützen
Mentorinnen und Mentoren leiten dabei zu einer strukturierten Planung auf der Grundlage fachlicher
und didaktischer Kriterien an. Sie fördern die Fähigkeit der Mentees, Unterricht zielorientiert, lern-
wirksam und kontextsensibel vorzubereiten (u. a. Jank,

Meyer 2014). Zugleich erarbeiten sie mit
den

Mentees

alternative Planungsansätze und reflektieren deren Potenziale und Grenzen im Hin-
blick auf konkrete Unterrichtssituationen (u. a. Korthagen 2010). Mentorinnen und Mentoren beglei-
ten die Mentees zudem bei der Reflexion ihrer Unterrichtsplanungen und

-durchführungen, indem

5

sie gemeinsame Analysen anleiten und auf dieser Grundlage professionelle Handlungsalternativen
entwickeln (Reppel et al. 2024; Kress 2022).
Reflexionsgespräche gestalten
Mentorinnen und Mentoren beobachten Unterrichtseinheiten der

Mentees auf Basis evidenzbasier-
ter Kriterien, die sich an wissenschaftlich fundierten Merkmalen guten Unterrichts orientieren (u. a.
Helmke 2015; Meyer 2004). In der Nachbesprechung wird zunächst die selbstreflexive Einschätzung
der

Mentees in den Mittelpunkt gestellt. Gemeinsam werden Entwicklungspotenziale identifiziert und
in konkrete Maßnahmen überführt, sodass die Reflexionskompetenz der

Mentees systematisch ge-
fördert wird (Beckmann,

Ehmke 2021; Reppel et al. 2024).
Einschätzungen vornehmen
Professionelle Beurteilung im Mentoringprozess zeichnet sich durch eine kontinuierliche, transpa-
rente und kriteriengeleitete Einschätzung aus (Zeilinger,

Dammerer 2024). Grundlage dieser sowie
einer abschließenden Beurteilung bilden transparente Kriterien, die sich aus fachlichen und profes-
sionsbezogenen Standards ableiten (siehe oben sowie Helmke 2015; Reppel et al. 2024).
Feedback geben
Zentral für das Gelingen von Mentoringprozessen sind klare, strukturierte und theoriegeleitete Rück-
meldungen (Beckmann,

Ehmke 2021). Durch eine dialogisch angelegte Feedbackkultur und die An-
wendung konstruktivistischer Strategien stärken sie die Selbststeuerung, Reflexionsfähigkeit und
Handlungssicherheit der

Mentees (Beckmann,

Ehmke 2021; Korthagen 2010).
Unterricht kollegial austauschen
Mentorinnen und Mentoren verstehen sich als Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter, die auch ihre
eigene Praxis kontinuierlich reflektieren. Im kollegialen Austausch mit den

Mentees

evaluieren sie
Unterrichtserfahrungen,

nehmen

Feedback

auf

und

stellen

ihre

eigene

Expertise

zur

Diskussion
(Reppel et al. 2024; Niggli 2005). Die gemeinsame Evaluation dient nicht nur der Professionalisie-
rung der

Mentees, sondern auch der Weiterentwicklung des Mentorats selbst.
Diese Kompetenzen wurden mit Teilkompetenzen untersetzt, um die spezifischen Fähigkeiten und
Fertigkeiten von Mentorinnen und Mentoren aufzuzeigen. Abschließend wurden daraus wiederum
spezifische Indikatoren entwickelt, die eine beobachtbare und nachvollziehbare Einschätzung im
Rahmen der

Fortbildung

ermöglichen.1
Die dargestellten Kompetenzen, Teilkompetenzen und Indikatoren bilden die Grundlage für die Pla-
nung, Durchführung und Evaluation der

Fortbildungsmaßnahmen.

1 Die vollständige Übersicht der Kompetenzen, der zugehörigen Teilkompetenzen sowie der entwickelten Indikatoren befindet sich im
Anhang dieses Dokuments.

6
3 Einordnung und übergeordnete Ziele
aus institutioneller Sicht
Mentorinnen und Mentoren übernehmen eine Schlüsselrolle in der Lehrkräftebildung. Darüber hin-
aus kommt ihnen eine besondere Bedeutung für die Vernetzung der schulpraktischen und theoreti-
schen Ausbildungsanteile zu, wodurch sie einen nachhaltigen Beitrag zur Unterrichtsqualität im
sächsischen Schulsystem leisten.
Vor diesem Hintergrund lassen sich übergeordnete institutionelle Zielsetzungen auf drei Ebenen
ableiten:
Personalentwicklung
Mentorinnen und Mentoren leisten einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung angehender
Lehrkräfte auf persönlicher Ebene. Sie unterstützen Berufseinsteigerin