CJD beendet Betrieb am Standort Bläsiberg in Wiesensteig; Angebote bleiben an anderen Standorten bestehen
CJD beendet Betrieb am Standort Bläsiberg zum Jahresende – Angebote für junge Menschen bleiben bestehen
CJD beendet Betrieb am Standort Bläsiberg zum Jahresende – Angebote für junge Menschen bleiben bestehen
Nach mehreren Jahrzehnten enden die Arbeit des CJD (Christliches Jugenddorfwerk Deutschlands gemeinnütziger e. V.) und das Engagement der Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen auf dem Bläsiberg in Wiesensteig zum Ende des Jahres. Für etliche junge Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen war die Einrichtung zugleich Heimat, Wohnstätte, Lern- und Ausbildungsort und bot ihnen wichtige Perspektiven für ihre persönliche und berufliche Entwicklung. Die Angebote für junge Menschen bleiben erhalten und werden an anderen Standorten fortgeführt.
Dem Schritt vorausgegangen ist eine intensive Prüfung verschiedener Möglichkeiten für die zukünftige Ausrichtung des Standorts. Dabei hat sich gezeigt, dass die abgelegene Lage den heutigen Anforderungen an Teilhabe, Selbstständigkeit und Inklusion zunehmend entgegensteht. Das CJD hat sich deshalb dazu entschieden, seine Angebote am Bläsiberg aufzugeben und an andere Standorte im Landkreis Esslingen zu verlagern. Die Angebote und die damit verbundenen Unterstützungsleistungen für junge Menschen bleiben erhalten und werden bereits an den neuen Standorten weitergeführt.
„Über Jahrzehnte haben junge Menschen auf dem Bläsiberg Unterstützung, Orientierung und eine berufliche Perspektive erhalten. Dass wir diesen besonderen Standort nun aufgeben, ist deshalb kein leichter Schritt“, sagt Inge Starzmann, Fachbereichsleiterin im CJD Baden-Württemberg. „Gleichzeitig müssen sich unsere Angebote an den Lebensrealitäten und Bedürfnissen junger Menschen orientieren. Mit der Verlagerung an andere Standorte schaffen wir die besten Voraussetzungen für Selbstständigkeit, Teilhabe und eine stärkere Einbindung in das soziale Umfeld.“
Vom Kinderkurheim zum Bildungs- und Lebensort
Die Geschichte des CJD am Bläsiberg reicht bis in das Jahr 1979 zurück. Nachdem der Bedarf an Kinderkuren Ende der 1970er-Jahre zurückgegangen war, suchte die Stiftung der Kreissparkasse Göppingen nach einer neuen Nutzung für das 1961 gegründete Kinderkurheim. Mit dem CJD wurde ein Partner gefunden, der den Gedanken seines Gründers Arnold Dannenmann – jungen Menschen in schwierigen Lebenssituationen Geborgenheit und Förderung zu geben – am Bläsiberg weiterentwickeln konnte.
In den 1980er-Jahren entwickelte sich der Standort zunehmend zu einem Zentrum der beruflichen Rehabilitation. Junge Menschen mit Beeinträchtigungen, die auf dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt keine Lehrstelle fanden, konnten hier beruflich qualifiziert werden. Im Laufe der Jahre kamen weitere Ausbildungs- und Förderangebote sowie stationäre Hilfen zur Erziehung hinzu, die stetig weiterentwickelt wurden.
Die Gebäude und das Grundstück auf dem Bläsiberg befinden sich im Eigentum der Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen. Das CJD hat den Standort über die Jahrzehnte als Pächter genutzt und dabei kontinuierlich und vertrauensvoll mit der Stiftung zusammengearbeitet.
Nachdem die gemeinsame Suche nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten keinen Ansatz im Sinne des Stiftungszwecks der Jugendstiftung der Kreissparkasse Göppingen ergeben hat, hat der Stiftungsrat beschlossen, den Standort Bläsiberg zu schließen und zu veräußern. Die Jugendstiftung wird zu einer reinen Förderstiftung, die gemäß ihres Stiftungszwecks Projekte zur Förderung der Jugendpflege und Jugendfürsorge, der Jugendbildung und Jugendsozialarbeit im Landkreis Göppingen unterstützt. Beispiele für die bisherige Fördertätigkeit der Jugendstiftung sind Zuwendungen für das NwT-Bildungshaus in Göppingen, das Kinderhaus K19 in Geislingen oder Spenden an die Häuser der Familie.
CJD und Jugendstiftung blicken zugleich auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesensteig und dem Landkreis Göppingen zurück. „Wir sind dankbar für die Unterstützung und die verlässliche Zusammenarbeit, die unsere Arbeit am Bläsiberg über viele Jahre ermöglicht und begleitet haben“, so Inge Starzmann, Fachbereichsleiterin im CJD Baden-Württemberg.
Mit dem Ende des Betriebs am Bläsiberg geht ein prägender Abschnitt der Geschichte des CJD und der Jugendstiftung in der Region zu Ende. Die Aufgabe des Standorts bedeutet jedoch nicht das Ende der Arbeit für die jungen Menschen, die im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen: Die Angebote des CJD werden an anderen Standorten weitergeführt und dort an den heutigen Anforderungen an eine möglichst selbstständige und teilhabeorientierte Unterstützung ausgerichtet.
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