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Vor mittlerweile 20 Jahren erschütterte die Ermordung eines Dortmunder Punks durch einen Rechtsradikalen nicht nur die Stadt. Etliche Schulen begriffen den Vorfall als Auftrag, sich radikalen gesellschaftlichen Tendenzen noch vehementer entgegen zu stellen. An der Droste-Hülshoff-Realschule trieb dieser Vorsatz eine besonders respektable Blüte: Nicht nur rief man in Kirchlinde die „AG gegen rechts“ ins Leben, kurz darauf beschlossen Schüler*innen und Kollegium, die Idee einer eigenen Dauerausstellung zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu realisieren.
Beides nämlich hatte es in der Nazi-Zeit, wie man inzwischen in Erfahrung gebracht hatte, durchaus auch „vor der Haustür“ gegeben: Die Mitglieder der Familie Hayum von der Heckelbeckstraße waren von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und schließlich nach Auschwitz bzw. Theresienstadt deportiert worden. Die noch junge Kirchlinder AG hängte sich in noch deutlich analogeren Zeiten in Sachen Recherche rein und ließ im Laufe der nächsten Jahre das Projekt „…weil Hannelore jüdisch war“ nach und nach Realität werden: Eine acht Stationen umfassende Ausstellung, die nichts mit verstaubten Schaukästen zu tun hat. Stattdessen werden die Besucher*innen mit Installationen, alten Exponaten und zum Teil auch interaktiven Elementen nicht zuletzt auch emotional berührt.
Vor inzwischen 15 Jahren durfte die Öffentlichkeit „…weil Hannelore jüdisch war“ dann erstmals in Augenschein nehmen. Von Beginn an waren es dabei die Schüler*innen, welche den DHR-Gästen Hintergrundfakten und das Schicksal der Kirchlinder Kaufmannsfamilie näherbrachten und ihre Kompetenz von Jahrgang zu Jahrgang weitergaben. Längst ist aus der Ursprungsidee eine Erfolgsgeschichte geworden, welche der Realschule viel Lob und Renommee eingebracht hat.
Und so fanden sich dann anlässlich des doppelten Geburtstages von AG und Ausstellung am 12. September nicht nur der Bezirksbürgermeister, sondern auch Schulausschuss-Vorsitzender Stefan Meißner und OB Alexander Kalouti am Sumbecks Holz ein, der in seiner Ansprache den Vorbild-Charakter des Kirchlinder Projekts hervorhob, bevor auch er sich in einer Führung einen eingehenden persönlichen Eindruck verschaffte.