Carolina Duran Sales & Product Managerin bei der IMPAG AG; Langfristig Medizintechnik und Produktmanagement verbinden.
Die Begeisterung, wenn aus Ideen Produkte entstehen | ZHAW School of Engineering
Die Begeisterung, wenn aus Ideen Produkte entstehen
Carolina Duran faszinierte die Robotik, und der direkteste Weg dazu war die ZHAW. Im Systemtechnikstudium entdeckte sie die Medizintechnik und die Begeisterung für Projekte, bei denen aus einer Idee ein konkretes Produkt entsteht. Heute arbeitet die Absolventin im Produktmanagement und schätzt besonders eines aus ihrer Studienzeit: die Fähigkeit, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten.
Carolina, du wolltest ursprünglich Robotik studieren. Weshalb wurde es schliesslich Systemtechnik an der ZHAW?
Robotik hat mich schon früh interessiert. An der ZHAW konnte ich mich bereits im Bachelor damit beschäftigen, während dies an anderen Hochschulen oft erst im Master möglich war. Während des Studiums merkte ich dann aber, dass mich Medizintechnik noch stärker fasziniert. Deshalb entschied ich mich schliesslich für diese Vertiefung.
Welche Inhalte aus dem Studium sind dir besonders geblieben? Unsere Projektarbeiten waren immer sehr spannend! Im vierten Semester entwickelten wir ein Physiotherapie-Hilfsgerät, das Bewegungen mit Sensoren aufzeichnet. Damit konnten Patient:innen die Übungen zu Hause durchführen und die Resultate in der Physiotherapie kontrollieren lassen.
Auch meine Bachelorarbeit ist mir geblieben. Wir entwickelten ein Schädelphantom, das sich in einem Computertomographen ähnlich verhält wie ein echter menschlicher Schädel. Damit konnten CT-Geräte kalibriert werden, ohne Menschen unnötiger Strahlung auszusetzen. Besonders motivierend fand ich immer Projekte, bei denen am Ende ein konkretes Produkt entstand.
Woran erinnerst du dich besonders gerne, wenn du auf deine Studienzeit zurückblickst?
An die Frackwoche. Ich war im Organisationskomitee und wir hatten als Team unglaublich viel Spass. Gleichzeitig bin ich stolz darauf, wie wir jedes Semester diese grosse Anzahl Prüfungen gemeistert haben. Systemtechnik ist extrem breit gefächert – entsprechend viele Fächer und Prüfungen gehörten dazu.
«Die offenen Projektarbeiten im Studium haben mich geprägt: Man musste selbst herausfinden, wie man ein Problem löst. Genau das macht mir auch heute noch am meisten Spass.» Carolina Duran
War die Breite des Studiums auch eine Herausforderung?
Ja, definitiv. Es bedeutete, dass man sich schnell in neue Themen einarbeiten und viele unterschiedliche Fächer gleichzeitig bewältigen musste. Aber genau das machte den Studiengang auch so spannend.
Vor allem vor der ersten Prüfungsphase wusste ich nicht, ob ich mich genug vorbereitet hatte. Mit jedem Semester lernte ich aber besser einzuschätzen, wie viel Vorbereitung nötig ist.
Heute arbeitest du als Sales & Product Managerin bei der IMPAG AG. Was machst du dort genau?
Ich arbeite im Bereich Personal Care und verwalte Rohstoffe für Produkte wie Cremes, Shampoos oder Seifen. Wir arbeiten eng mit internationalen Lieferanten zusammen und unterstützen Kund:innen bei technischen Fragen oder Problemen. Besonders spannend finde ich es, gemeinsam mit Kund:innen Lösungen für unterschiedliche Projekte zu entwickeln.
Dein heutiger Job liegt nicht direkt in der klassischen Medizintechnik. War das bewusst geplant?
Eigentlich nicht. Nach dem Bachelor absolvierte ich den Master in Biomedical Engineering in Bern und arbeitete danach bei einem Hersteller von Prothesen. Meine jetzige Stelle passt sehr gut zu meiner aktuellen Lebenssituation. Faktoren wie die Nähe zum Wohnort und flexible Arbeitszeiten sind für mich als junge Mutter gerade wichtig. Ich finde es sehr spannend, Erfahrungen im Produktmanagement zu sammeln. Langfristig möchte ich Produktmanagement und Medizintechnik gerne verbinden.
Welche Fähigkeiten aus dem Studium helfen dir heute besonders?
Vor allem die Fähigkeit, sich schnell neues Wissen anzueignen und selbstständig Lösungen zu entwickeln. Gerade die offenen Projektarbeiten haben mich darin stark geprägt.
Du hast dich dafür engagiert, Mädchen technische Berufe näherzubringen. Warum ist dir das wichtig?
In unserer Klasse waren wir nur drei Frauen bei rund 55 Männern. Ich selbst habe zwar nie erlebt, anders behandelt zu werden, trotzdem möchte ich jungen Mädchen zeigen, dass technische Berufe spannend sein können. Deshalb habe ich später Workshops für Primarschülerinnen gegeben, bei denen wir technische Experimente durchgeführt haben.
Welchen Tipp würdest du deinem jüngeren Ich mitgeben, das über ein Studium als Ingenieurin nachdenkt?
Mach es einfach. Wenn dich Technik interessiert, dann geh diesem Interesse nach und geh noch viel mutiger mit der eigenen Kreativität um. Ich habe gemerkt, wie gut dies ankommt.
Unternehmen: IMPAG AG Position: Sales & Product Manager Bachelorstudiengang: Systemtechnik Vertiefung
Abschlussjahr: 2018 Studienmodell: Vollzeit Erstausbildung: Gymnasium, danach 2-jähriges Praktikum in technischem Beruf