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title: "Katholikentag 2028 in Paderborn; Historische Fortsetzung im Erzbistum seit 1949"
sdDatePublished: "2026-09-17T08:05:00Z"
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Katholikentag 2028 in Paderborn; Historische Fortsetzung im Erzbistum seit 1949

Katholikentag 2028 in Paderborn: Nicht der erste im Bistumsgebiet

Katholikentag 2028 in Paderborn: Nicht der erste im Bistumsgebiet

Als Ehrengast kam der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer: 1949 ist ein weltgeschichtlich bedeutsames Jahr. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik ist die Teilung Deutschlands in zwei Staaten besiegelt. Indien konstituiert sich als demokratische Republik, China als kommunistische Volksrepublik. Die NATO als westliches Verteidigungsbündnis wird errichtet, wenig später zündet die Sowjetunion bei einem Atomwaffenversuch ihre erste Atombombe.

Der 73. Deutsche Katholikentag in Bochum, das seinerzeit noch zum Erzbistum Paderborn gehörte, hatte 1949 mit „Gerechtigkeit schafft Frieden“ ein Motto, das eindeutig Bezug sowohl auf den Zweiten Weltkrieg als auch auf den sich abzeichnenden Kalten Krieg nahm und obendrein eine sozialpolitische Dimension besitzt. Damit würde die Botschaft des Leitspruchs auch gut in unsere heutige Zeit passen.

Schon beim 73. Deutschen Katholikentag vom 31. August bis zum 4. September 1949 in Bochum lag ein Schwerpunkt auf der Beteiligung der Jugend. Wie es die Geschichte des Erzbistums Paderborn nachzeichnet, feierte der Bischof Dr. Michael Keller aus Münster am 3. September 1949 in der Festhalle mit mehr als 70.000 Jugendlichen ein Pontifikalamt. Waren Sie oder Anverwandte vor 77 Jahren unter den Anwesenden? Gibt es in Ihrer Familie eine besondere Geschichte vom Katholikentag in Bochum? Haben Sie in Ihrem Haushalt vielleicht noch Erinnerungsstücke und suchen einen guten Platz dafür? Das Erzbistumsarchiv freut sich über Ihre Zuschrift: archiv@erzbistum-paderborn.de

Massenveranstaltung in einer zerbombten Stadt

Die Durchführung des Bochumer Katholikentags war denkbar schwierig. Vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs lag die Stadt noch weitgehend in Trümmern. Die Veranstaltungen wurden in den Hallen des Montankonzerns Bochumer Verein und auf einem benachbarten Freigelände abgehalten.

Dass der Katholikentag zu einem Erfolg werden konnte, lag an der guten Vorbereitung. Doch auch dabei waren die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs noch zu spüren und manche Widrigkeiten zu überwinden. Dies belegen zwei Schriftstücke aus dem Bestand des Erzbistumsarchivs.

Bei dem ersten Schreiben handelt es sich um den Brief des Bochumers Oberbürgermeister a. D. Dr. Franz Geyer (1885–1970) vom 15. Dezember 1948 an den Paderborner Erzbischof Lorenz Jaeger. Geyer beschreibt darin in seiner Funktion als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bochumer Katholiken (und damit als faktischer Organisator des Katholikentags) den Stand der Vorbereitungstätigkeiten. Insbesondere aber geht es ihm in seinem Brief um Schwierigkeiten mit der britischen Militärregierung. Diese verweigert die Erlaubnis, eine Industriehalle als Veranstaltungsort nutzen zu dürfen. Wie der Vorstand des Bochumer Vereins hält auch Geyer „die Einschaltung hoher kirchlicher Stellen“ für dringend geboten. Er bittet daher Erzbischof Jaeger um Unterstützung bei der Britischen Militärregierung, und zwar „unmittelbar bei General Bishop“. Gemeint damit ist kein Geringerer als Major-General Sir William Henry Alexander Bishop, von 1948 bis 1950 „Regional Commissioner“ der britischen Armee in Nordrhein-Westfalen und damit bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland Militärgouverneur.

Die Archivalien: Briefwechsel zwischen Bürgermeister und Erzbischof

General Bishop hört auf den Bischof

Wie erbeten nimmt sich Erzbischof Lorenz Jaeger unverzüglich der Angelegenheit an. Ab sofort ist der Katholikentag Chefsache. In seinem Antwortschreiben vom 21. Dezember 1948 und damit nur wenige Tage nach Erhalt des Hilferufs informiert Erzbischof Jaeger Franz Geyer darüber, was er bereits in Bewegung gesetzt hat, um General Bishop umzustimmen.

Papst Pius XII. hält Rundfunkansprache in Deutscher Sprache

Und genau das passiert: General Bishop hört auf den Bischof. Die Halle wird freigegeben, der Katholikentag kann stattfinden. Vom 31. August bis zum 4. September 1949 feiern in Bochum über 70.000 Gläubige Gottesdienste, viele davon in der besagten Industriehalle. Papst Pius XII., der in seiner Zeit als päpstlicher Nuntius in Deutschland das Ruhrgebiet kennengelernt hatte, hält in deutscher Sprache eine Rundfunkansprache zum Leitthema des Katholikentages. Zur Abschlusskundgebung finden 500.000 Gläubige zusammen. Und mehr noch: Über seine programmatischen Entschlüsse zur Sozialpolitik wirkt der Bochumer Katholikentag bis heute nach. So wurden auf dem Bochumer Katholikentag Resolutionen zur Arbeitnehmermitbestimmung und zum Vermögensaufbau der Arbeiterschaft verabschiedet. Gerechtigkeit schafft Frieden!

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Frühere Katholikentage im (Erz-)Bistum Paderborn

Als die Meldung herauskam, dass der 105. Deutsche Katholikentag vom 24. bis 28. Mai 2028 in Paderborn stattfinden würde, war die Freude übergroß. Manche meinten in ihrer Begeisterung gar, es wäre der erste Deutsche Katholikentag im Erzbistum. Das ist historisch gesehen nicht ganz richtig. Es ist vielmehr die erste Großveranstaltung ihrer Art in der Bischofsstadt.

Zuvor war das Erzbistum Paderborn schon Gastgeber des 73. Deutschen Katholikentags vom 31. August bis 4. September 1949 in Bochum. Die Industriestadt gehörte damals zum Erzbistum Paderborn und ging erst 1958 zusammen mit einigen anderen Paderborner Gebieten des Ruhrgebiets in das neugegründete Bistum Essen über.

Schon vor der Erhebung zum Erzbistum war das Bistum Paderborn mehrfach Gastgeber des Deutschen Katholikentages:

36. Deutscher Katholikentag vom 25. bis 28. August 1889 in Bochum

43. Deutscher Katholikentag vom 23. bis 27. August 1896 in Dortmund

66. Deutscher Katholikentag vom 4 bis 6. September 1927 in Dortmund

67. Deutscher Katholikentag vom 5 bis 9. September 1928 in Magdeburg (bis 1994 dem Bistum Paderborn zugehörig)

Karl Hengst, Geschichte des Erzbistums Paderborn, Band 4, Das Bistum Paderborn 1930-2010, Paderborn 2014, S. 308-311.

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