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title: "Ich absolviere Erasmus-Praxissemester an der El Limonar International School, Murcia, Spanien; Kosten durch Erasmus+ und Auslandsbafög gedeckt"
sdDatePublished: "2026-09-17T08:08:00Z"
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Ich absolviere Erasmus-Praxissemester an der El Limonar International School, Murcia, Spanien; Kosten durch Erasmus+ und Auslandsbafög gedeckt

Murcia, Spanien (englischsprachig) | Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung

Lesen Sie hier Erfahrungsberichte aus Murcia, Spanien

EL Limonar International School, Murcia, Spanien (Geographie

Campus Montevida der Sekundarstufe II

Zeitraum : Februar bis Juli 2026 (SoSe 2026) | Schulinfos: hier Externer Link

Die erste Kontaktaufnahme mit der Schule erfolgte im Oktober 2024, anderthalb Jahre vor Start meines Praxissemesters. Da ich mein Praxissemester in der Region Murcia absolvieren wollte, recherchierte ich online nach dort ansässigen internationalen Schulen. Dabei stieß ich auf die Website der El Limonar International School, Murcia – eine englischsprachige Schule, die dem britischen Schulsystem folgt. Da ich nicht wusste, ob die Schule internationale Praktikanten betreut, schickte ich zunächst eine Initiativbewerbung, auf die ich einige Wochen keine Antwort bekam. Ungefähr zwei Wochen später schrieb ich eine Folgemail, mit Bitte um eine Rückmeldung. Ab da ging alles recht schnell. Das HR-Team der Schule antwortete mir und bestätigte mir, nach einigen Rückfragen über die Rahmenbedingungen des Praxissemesters, ca. einen Monat nach meiner Bewerbung den Praktikumsplatz.

Bis zum Beginn des Praxissemesters mussten allerdings noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Ich bewarb mich bei Erasmus + und musste hierfür, sowie auch für die Schule, eine Haftpflichtversicherung und Unfallversicherung nachweisen. Da ich bereits über meine Eltern in der Haftpflichtversicherung versichert war, musste ich nur noch die Unfallversicherung abschließen, was ich bei Cosmos Direkt tat. Neben den Versicherungsnachweisen forderte die Schule auch einen Nachweis über eine europäische Krankenversicherung, bestenfalls durch die EHIC-Karte, sowie Führungszeugnisse aus Deutschland und Spanien.

Was bei der Vorbereitung fürs Praxissemester nicht fehlen darf, ist die Auswahl der Arbeitskleidung. Der Dresscode für Lehrpersonen verbietet das Tragen von Jeans, Sneakern oder Trägertops, weswegen ich mir eine Arbeitsgarderobe mitgenommen habe. Dabei sollte das heiße Wetter ab April unbedingt berücksichtigt werden. So empfehle ich besonders dünne Stoffhosen, Blusen und Hemden sowie schlichte T-Shirts ohne tiefen Ausschnitt. Generell, auch für die Freizeit, empfehle ich, für die Zeit von Februar bis Juli Kleidung mitzunehmen, wie man sie in Deutschland normalerweise im Sommer und Herbst trägt.

Da Murcia eine Region in Spanien ist, in der im Alltag sehr wenig Englisch gesprochen und verstanden wird, würde ich empfehlen, im Idealfall einige Grundkenntnisse der spanischen Sprache zu haben. Falls man keine Spanisch-Kenntnisse hat oder wie ich seine Vorkenntnisse auffrischen will, lohnt es sich im Semester vor der Abreise kostengünstig einen Kurs vom Sprachenzentrum der Uni zu absolvieren. Durch all diese Vorbereitungen verging für mich die Zeit zwischen Bewerbung und Praktikumsstart sehr schnell – und dann ging es auch schon los!

Ich bin eine Woche vor Praktikumsstart nach Murcia gereist, um vor Beginn des Praktikums mich bereits etwas an das Land und die Sprache gewöhnen zu können. Die Reise nach Murcia war sehr unkompliziert. Zunächst bin ich mit Ryanair von Deutschland nach Alicante geflogen. Das Ticket hierfür kostet zwischen 70 bis 100 Euro. Für die einstündige Fahrt von Alicante nach Murcia hatte die Schule für mich ein Taxi organisiert, sodass ich selbst nichts planen und bezahlen musste. Das Schulhalbjahr beginnt nach Schulkalender eigentlich Anfang Januar. Da dies allerdings nicht mit dem Ablauf meines Wintersemesters vereinbar war, war es für mich und die Schule problemlos möglich, Anfang Februar in das Praxissemester zu starten.

Ich hatte das große Glück, dass die Schule kostenlos eine geteilte Unterkunft für Erasmus-Praktikanten zur Verfügung stellt. Somit musste ich nicht selbst nach einer WG suchen. Die WG liegt in einem zentrumsnahen Wohnviertel, ca. 15 Geh-Minuten von der Altstadt entfernt und wird mit maximal zwei anderen Erasmus-Praktikanten der Schule geteilt. Der Schulweg ist ebenfalls unkompliziert, da in der Nähe der Wohnung der Schulbus hält, mit dem man ca. 20 Minuten zur Schule fährt. Ich würde diese Wohnmöglichkeit weiterempfehlen, vor allem da man sich während des Praxissemesters viel Geld spart.

Zur Finanzierung meines Praxissemesters im Ausland habe ich Unterstützung durch das Erasmus+-Stipendium (insgesamt 4.069€) sowie Auslandsbafög (insgesamt 350€) bekommen. Da ich keine Wohnkosten zahlen musste, konnte ich meinen gesamten Auslandsaufenthalt durch die Förderung finanziell decken. Falls ihr vor dem Praxissemester bereits gearbeitet habt, lohnt es sich zu recherchieren, ob ihr für einen Erasmus „top-up fewer opportunities“ berechtigt seid. Hierdurch konnte ich mein Erasmus etwas aufstocken.

Die Preise für Freizeit und Lebensmittel sind in Spanien ähnlich wie in Deutschland, weswegen man sich bei der Planung gut an seinen gewohnten Ausgaben orientieren kann. Da ich im Praxissemester auch gerne andere spanische Städte besucht habe, habe ich monatlich zusätzlich ca. 100-150 Euro zum Reisen einkalkuliert.

Campus Buenavista der Sekundarstufe I

Meine Praktikumsschule ist eine britische, internationale Schule, die in Murcia an zwei nach Schulform getrennten Campus vertreten ist. Die Sekundarstufe I (Klasse 5-8) befindet sich mit dem Kindergarten und der Grundschule auf dem Campus Buenavista, die Sekundarstufe II (Klasse 9-13) auf dem Campus Montevida.

Am Tag des Praktikumsstarts war ich sehr aufgeregt. Morgens bin ich mit meiner Mitbewohnerin, einer Psychologie-Praktikantin der Schule, mit dem Schulbus zum Campus der Sek. II gefahren. Dort empfang mich das HR

Sekretariat und mit mir wurde zunächst ein formales Onboarding und eine kurze Safeguarding-Schulung durchgeführt. Daraufhin schloss sich die Frühstückspause an und ich wurde ins Lehrerzimmer geführt, wo ich mich dem Kollegium vorgestellt habe. Nach der Pause erstellte mir meine Mentorin einen provisorischen Stundenplan für die erste Praktikumswoche, sodass ich in dieser Woche durch das Hospitieren in vielen verschiedenen Geographie- und Englischunterrichten einen Überblick über die Klassen bekommen konnte.

Als Praktikant wird man einem Mentor, dem Head of Faculty eines der Fächer welches man als Praktikant lehrt, zugeteilt. Meine Mentorin war Geschichtslehrerin, obwohl ich Geographie und Englisch studiere, da Geographie, neben Geschichte, in der Schule der Fächergruppe „Humanities“ angehört. Der Mentor erstellt den Stundenplan des Praktikanten und spricht mit Fachlehrern die Möglichkeit der Hospitation und Lehre ab. Hierbei hatte ich viel Mitspracherecht und konnte den Stundenplan, sowohl zu Anfang als auch während des Praxissemesters, nach meinen Vorstellungen und Erfahrungen gestalten oder ändern. Auch hatte ich feste Meetings mit meiner Mentorin, in welchen wir im zwei-Wochen-Takt meine Entwicklung, Fragen, Schwierigkeiten oder universitäre Aufgaben besprochen haben.

Der typische Praktikumstag begann um 8:20 mit der Fahrt im Schulbus und endete um 16:30 mit der Rückfahrt, denn meine Arbeitszeit war täglich von 9:00 bis 16:30 Uhr. In den ersten Wochen des Praktikums habe ich ausschließlich hospitiert, an den eigenständigen Unterricht habe ich mich noch nicht direkt herangetraut. Dies hatte allerdings auch den Vorteil, dass ich schnell meinen Hospitationsstunden-Nachweis füllen konnte. Ab dem zweiten Monat meines Praktikums kamen immer mehr selbstgehalte Unterrichtsstunden dazu, weswegen in meinen Stundenplan mehr Freistunden eingebaut wurden. Da der Schultag recht lang ist, war es für mich wichtig die Freistunden zu haben, um bereits in der Schule Unterricht zu planen und Uni-Aufgaben zu bearbeiten. Durch diese Planung konnte ich meistens die Stunden nach der Schule frei gestalten. Ich würde empfehlen, bei Ankunft eurem Mentor die Zoom-Meetings am Freitag mitzuteilen, damit diese bei der Gestaltung des Stundenplans berücksichtigt werden können und ihr diese zuhause abhalten könnt.

Obwohl die Schule in zwei Campus unterteilt ist, kann man in beiden Sekundarstufen hospitieren und unterrichten. Ich war zu Beginn meines Praktikums zunächst hauptsächlich in der Sek. II tätig und bin nur montags zu den 7. Und 8. Klassen nach Buenavista gefahren. Nach den Osterferien habe ich mit meiner Mentorin den Stundenplan neu angepasst und bin ab dann täglich zwischen den zwei Campus gependelt. Für diesen Zweck besitzt die Schule E-bikes, mit denen man innerhalb von 5-10 Minuten den anderen Campus erreicht. Für mich hatte das den Vorteil während des langen Schultages kurz rauszukommen und eine kurze Pause von der Schulumgebung zu haben.

Zur Schule selbst lässt sich sagen, dass die Jahrgänge mit ca. 60 Schülern recht klein gehalten sind und besonders ab Jahrgang 10, aufgrund der Wahlmöglichkeiten der Schülerschaft, der Unterricht, je nach Fach, teilweise von einer sehr überschaubaren Anzahl an Schülern besucht wird (meine kleinste Klasse waren drei Schülerinnen in Geographie). In den unteren Stufen hat man allerdings, wie in Deutschland auch, Klassenstärken von ca. 30 Schülern. Trotz der internationalen Ausrichtung der Schule sind die meisten Schüler spanischer Herkunft, nur sehr wenige Schüler haben einen Migrationshintergrund. Dementsprechend sprechen die Kinder, trotz der offiziellen, englischen Schulsprache, in der Pause aber auch im Unterricht Spanisch miteinander. Dies sollte einen als nicht spanischsprachigen Menschen allerdings nicht davon abhalten sein Praktikum hier zu absolvieren, da die meisten Lehrpersonen aus Großbritannien kommen und viele, besonders in der Sek II, auch kein Spanisch sprechen oder verstehen.

Das Kollegium selbst hat mich zunächst freundlich distanziert aufgenommen und nach einigen Monaten Praktikum, nach dem sich sowohl ich an die Schule als auch die Schule an mich gewöhnt hat, konnte man von einem herzlichen Umgang miteinander sprechen. Viele Lehrkräfte haben sich offen für mich und mein Praktikum gezeigt, sodass ich auch in fachfremde Unterrichte hereinschnuppern konnte. Auch war das Kollegium sehr international, mit vielen Lehrern und Praktikanten aus Großbritannien, Portugal, Rumänien, den Niederlanden etc., sodass man sich in seiner Auslandserfahrung verstanden gefühlt hat. Aufgrund dieser Internationalität werden vom Schulträger online kostenfreie Spanisch-Kurse für Lehrkräfte angeboten, die man auch als Praktikant besuchen kann. Bei Interesse lohnt es sich für die Teilnahme beim Mentor nachzufragen.

Murcia ist eine authentische, recht traditionelle und vom Tourismus weitestgehend unberührte spanische Stadt. Die Stadt besitzt ein überschaubares Zentrum mit einem Altstadt-Kern, in dem man die Kathedrale besuchen kann und die verschiedenen Bars und Restaurants besuchen kann. Prinzipiell kann man alles in Murcia machen, was man auch in seinem Freizeitleben in Deutschland unternimmt. Ich habe mich bei meiner Ankunft im Fitnessstudio angemeldet, um einen sportlichen Ausgleich zum Arbeiten zu haben. Auch konnte ich über Kontakte günstig ein Fahrrad erwerben, mit dem ich entlang des Segura Flusses einige Fahrradtouren unternommen habe.

An den Wochenenden habe ich gerne die freie Zeit genutzt, um die nähere und fernere Umgebung Murcias zu entdecken. In den Winter- und Frühlingsmonaten ist das Wetter perfekt, um mit den Fernbussen Ausflüge nach Valencia, Granada, Madrid oder zu anderen interessanten Städten zu unternehmen. Als das Wetter ab Mai heiß wurde, habe ich am Wochenende an den Stränden von Alicante oder Bolnuevo die Seele baumeln lassen.

In Murcias Stadtverkehr braucht man kein Auto, um gut voranzukommen, da der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut ist. Zwar kommen die Busse nicht immer verlässlich aber bei manchen Strecken kann man dann auch auf die Tram ausweichen. Hier ist es von Vorteil sich einen „Bono Murcia“ zu beschaffen, eine Mehrfahrten-Karte, mit der man pro Fahrt nur ca. 1€ bezahlt. Trotz des guten Nahverkehrs ist es ein Vorteil, wenn