Hofgut Neumühle Erfahrungsbericht über Orthobunyavirus-Ausbruch bei Rindern in Westdeutschland; Impfstoff fehlt
Hofgut Neumühle Erfahrungsbericht über Orthobunyavirus-Ausbruch bei Rindern in Westdeutschland; Impfstoff fehlt Hofgut-Neumuehle_Erfahrungsbericht-fieberhafte-Allgemeinerkrankungen-2026.cleaned.pdf 1 Erfahrungsbericht zum strategischen Vorgehen bei den aktuellen fieberhaften Allgemeinerkrankungen in Rinderherden im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Orthobunyavirus während der Hitzeperioden im Sommer 2026 Vor gut zwei Wochen, Mitte Juli, erreichten erste Berichte aus der Schweiz über Durchfallerkrankungen, Milchleistungsrückgänge und fieberhafte Allgemeinerkrankungen bei Rindern über soziale Medien auch die Landwirtinnen und Landwirte in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Insbesondere Betriebe mit Sensortechnik aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland meldeten zu dem Zeitpunkt, dass sie ähnliche Symptome registrierten. Während in der Schweiz und in Süddeutschland mit Hochdruck nach den Ursachen gesucht wurde, nahm auch in den hiesigen Betrieben die Zahl klinisch auffälliger Tiere sprunghaft zu. Seit Anfang August verhärtet sich der Verdacht auf das Auftreten eines für Deutschland bislang unbekannten Virus. Ein Nachweis des Friedrich-Löffler-Institut weist auf den „Orthobunyavirus“ hin, der sehr eng mit dem bekannten Schmallenberg-Virus verwandt ist und ebenfalls über Gnitzen übertragen wird. In westdeutschen Bundesländern konnten zum jetzigen Zeitpunkt (11.08.2026) nur vereinzelte Nachweise des neuen Virus bestätigt werden. Im Zuge einer Verbreitung des Virus ist jedoch hervor zu heben, dass noch kein Impfstoff verfügbar ist. Umso wichtiger ist es in der gegenwärtigen Situation, die Tierbestände engmaschig zu kontrollieren, bei Verdachtsfällen diagnostische Schritte einzuleiten und einen Überblick über die Herden zu behalten. Auf der Lehr- und Versuchseinrichtung für Tierhaltung Hofgut Neumühle wurden typische Symptome vermehrt ab Mitte Juli beobachtet. Zunächst wurde angenommen, dass die anhaltende Hitzeperiode die Ursache für die beobachteten Auffälligkeiten war. Als jedoch ab dem 25./26. Juli 2026 die Zahlen der Alarmmeldungen der eingesetzten Sensorsystem rapide zunahmen, wurde ein systematischen Vorgehen notwendig, um die Situation zu bewerten und den Überblick zu bewahren. Am 28. Juli 2026 wurden von sechs Tieren Blutproben entnommen, bei denen in allen Fällen ein positiver Nachweis des Orthobunyavirus erbracht wurde. Hervorzuheben ist, dass daraus nicht geschlossen werden kann, dass alle im Folgenden dargestellten Tiere mit dem Orthobunyavirus infiziert waren. Dieser aufbereitete Praxisbericht soll einerseits die messbaren Auswirkungen des Infektionsgeschehens durch das bislang in Westdeutschland erstmalig aufgetretene Orthobunyavirus beschreiben und andererseits erste Handlungsoptionen aufzeigen. ...