Wolfgang Thierse Rede zur Eröffnung der Ausstellung Dem Deutschen Volke – Die Geschichte der Berliner Bronzegießerei Loevy Berlin; Erinnerungstafel am Reichstag Loevy
Wolfgang Thierse Rede zur Eröffnung der Ausstellung Dem Deutschen Volke – Die Geschichte der Berliner Bronzegießerei Loevy Berlin; Erinnerungstafel am Reichstag Loevy Deutscher Bundestag - Rede des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse,… Rede des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, zur Eröffnung der Ausstellung „Dem Deutschen Volke - Die Geschichte der Berliner Bronzegießerei Loevy“ in Berlin [Es gilt das gesprochene Wort] Als die Firma Loevy 1939 von einem niederrheinischen Geschäftsmann übernommen wurde - „arisiert“, wie es im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten hieß - gelang es einigen Mitgliedern der Familie, das rettende Exil zu erreichen. Dazu gehörte der Dirigent, Komponist und Musikkritiker Leo Kopf. Andere Familienmitglieder der Loevys blieben in Deutschland, in der tödlichen Fehleinschätzung, durch ihren Status als sogenannte „Mischlinge“ oder „in Mischehe Lebende“ geschützt zu sein. Dazu gehörte auch Erich Gloeden - der Sohn von Siegfried Loevy. Er führte nach 1933 eine Art Doppelleben. Als Mitglied der „Organisation Todt“ äußerlich perfekt an die neuen Machtverhältnisse angepasst, half er zahlreichen Juden unterzutauchen. Als Anlaufstelle für Regimegegner bekannt, gewährte er später auch Fritz Lindemann Unterschlupf, einem der Generäle des 20. Juli 1944. Erich Gloeden wurde denunziert. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner Schwiegermutter wurde er vom sogenannten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet. Und ein großer Teil der Familie Loevy kam in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie ums Leben. ...