Deutschland Inflation steigt in Deutschland; Energiepreise 8,3% Y/Y Tankrabatt-Ende treibt Preise
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Macro Research News Flash 30. Juli 2026 Deutschland: Inflation steigt nach Ende des Tankrabatts deutlich an Veröffentlichung Aktuell Prognose NORD/LB Vormonat VPI M/M, vorl. 0,8% 0,7% -0,3% VPI Y/Y, vorl. 2,8% 2,7% 2,3% HVPI M/M, vorl. 0,9% 0,8% -0,2% HVPI Y/Y, vorl. 2,8% 2,8% 2,4% Quelle: Destatis, Bloomberg, NORD/LB Macro Research Einschätzung
Der Inflationsdruck hat sich in Deutschland im abgelaufenen Monat erwartungsgemäß wieder beschleunigt. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts erhöhte sich die Jahresrate des Verbraucherpreis- index auf 2,8% Y/Y. Gegenüber dem Vormonat legte das Preisniveau um 0,8% M/M zu. Ähnlich ausgeprägt fiel der Anstieg bei dem für europäische Zwecke harmonisierten Verbraucherpreisindex aus (von 2,4% Y/Y auf 2,8% Y/Y bei einer Monatsrate von 0,9% M/M). Die wichtigsten Gründe für diese Entwicklung sind schnell ausgemacht. Zum einen war der Tankrabatt, der eine deutliche preisermäßigende Wirkung an den Zapfsäulen hatte, befristet bis Ende Juni. Mit dem Monats- wechsel lief dieser Effekt somit aus und hat zu einem Rückprall der Kraftstoffpreise geführt. Zugleich haben die jüngsten Spannungen im Nahen Osten dazu geführt, dass die zwischenzeitlich deutlich gesunkenen Ener- giepreise zuletzt wieder angezogen haben. Diese Entwicklungen spiegeln sich in den Preisen für Energie. Nachdem im Juni die Energiepreise nur noch um 3,4% Y/Y gestiegen waren, sprang die Jahresrate im Juli wieder auf 8,3% Y/Y. Damit liegt die Preisdyna- mik wieder sehr deutlich über der allgemeinen Teuerungsrate, die Jahresrate bleibt aber immerhin unter dem zwischenzeitlichen Höchstwert aus dem April, als die Energiepreise gegenüber dem Vorjahr zweistellig zugelegt hatten. Bei Nahrungsmitteln hält die geringe Preisdynamik der Vormonate mit unveränderten 0,4% Y/Y im Juli an. Die Kernrate ex Nahrungsmittel und Energie ging zudem im Juni leicht auf 2,4% Y/Y zurück. Hierzu hat beigetragen, dass sich die Dynamik der Dienstleistungspreise mit 2,9% Y/Y zumindest etwas ge- ringer als in den Vormonaten darstellt. Auf europäischer Ebene liegen darüber hinaus bislang nur einzelne nationale Daten zur Inflationsentwick- lung vor. Ähnlich wie in Deutschland erhöhte sich der Inflationsdruck in Spanien etwas stärker als erwartet. Mit einer Inflationsrate von 3,8% Y/Y fällt die Zielverfehlung auf der iberischen Halbinsel noch deutlicher aus als in Deutschland. In Belgien kletterte die VPI-Jahresrate ebenfalls an und liegt nun bei 3,6% Y/Y, während in Irland ein minimaler Rückgang der HVPI-Rate auf einen jedoch immer noch deutlich erhöhten Wert von 3,1% Y/Y zu verzeichnen war. Insgesamt fehlen damit noch wichtige Schwergewichte wie Italien und Frank- reich, allerdings bestätigen die bisher veröffentlichten nationalen Preisdaten unsere Erwartung eines leich- ten Anstiegs der Inflationsrate im Euroraum. Die Schnellschätzung hierzu veröffentlicht Eurostat morgen Vormittag. Die Inflationsrisiken bleiben hoch, was durch das wiederholte Aufflammen der kriegerischen Auseinander- setzungen im Irankonflikt zuletzt noch einmal bestätigt wurde. Zwar lassen sich bislang keine Hinweise für nachgelagerte Preiseffekte oder gar Zweitrundeneffekte finden. Andererseits steigt dieses Risiko mit der Dauer des Irankonflikts und der Belastungen für Energiepreise und den internationalen Handel. Die EZB dürfte sich in ihrer vorsichtigen Haltung bestätigt sehen und zugleich durch die zuletzt sehr soliden Konjunk- turdaten derzeit keine ernsthaften Hindernisse für zumindest eine weitere Zinserhöhung sehen. Wir gehen weiter davon aus, dass die Währungshüter bereits im September noch einmal nachlegen dürften. Fazit Analyst: Christian Lips Chefvolkswirt +49 (0)511 361-2980 +49 (0)172 735 1531 christian.lips@nordlb.de Die Teuerung hat sich in Deutschland im abgelaufenen Monat erwartungsgemäß mit dem Wegfall des Tankrabatts wieder deutlich erhöht. Im Juli kletterte die Inflationsrate auf 2,8% Y/Y. Vor allem die Ener- giekomponente trug hierzu bei (8,3% Y/Y). Neben dem Auslaufen des Tankrabatts kam erschwerend hinzu, dass die Energiepreise durch die erneute Eskalation im Irankonflikt im Verlauf des Julis wieder deut- lich angezogen haben. Die Kernrate sinkt leicht auf 2,4% Y/Y dank einer etwas niedrigeren Dienstleis- tungspreisinflation (2,9% Y/Y). Vor dem Hintergrund des ungelösten Irankonflikts, höherer Inflation und solider Konjunkturdaten deutet aktuell viel auf eine weitere Zinserhöhung der EZB im September.
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