Italienischer Bergführerverein setzt Matterhorn-Besteigungen an der Südseite von Breuil-Cervinia aus; Besteigungen ausgesetzt bis auf Weiteres
Bergbericht 7. bis 9. August 2026
Bergbericht 7. bis 9. August 2026
Zum Wochenende hin stellt sich wieder sonniges Bergwetter ein, bei dem sich die Gewittergefahr vor allem in den Nordalpen in Grenzen hält. Am Alpenhauptkamm erfordern apere Gletscher und große Steinschlaggefahr heuer besondere Aufmerksamkeit.
In den meisten Mittelgebirgen sind die Wegverhältnisse trocken. Im Gegensatz dazu muss man nach den Regenfällen vom Donnerstag in den Nordalpen und am Alpenhauptkamm zumindest am Freitag mit rutschigen Erdwegen, feuchten Wiesenpfaden und nassen Kletterfelsen rechnen. Im Hochtouren-Bereich sind auch sehr hoch gelegene Felsgrate schneefrei. Die meisten Gletscher, wie zum Beispiel der Kesselwandferner (Ötztaler Alpen) bis hinauf zum Fluchtkogel, haben so gut wie keine Firnauflage mehr. Dennoch waren die Tourenbedingungen in den letzten drei Tagen dort recht gut. Das apere Gletschereis war bis nachmittags hart und griffig. Allerdings rannen dort bereits ab dem späten Vormittag sehr viele oberflächliche, kleine Gletscherbäche hinab. Schneebrücken sind mit großer Vorsicht zu beurteilen. So gab es am Mittwoch einen Spaltensturz am Taschachferner (Ötztaler Alpen). Ein wichtiges Thema ist gerade in diesem heißen Sommer nach wie vor die Steinschlaggefahr. So liegt beispielsweise am steileren Anstieg vom Gepatschferner zum Kamm der Vorderen Hintereisspitze (Ötztaler Alpen) so viel loses Geröll, dass der Autor dieser Zeilen am Mittwoch hier sicherheitshalber umdrehte. Extremere Beispiele sind der Normalanstieg zum Piz Palü (Bernina), der wegen nicht aufhörender Felsstürze vom Piz Cambrena Ende Juli verlegt wurde und die Südseite des Matterhorns (Wallis), wo wegen eines massiven Felssturzes an der Südseite am Mittwoch der italienische Bergführerverein die Besteigungen des Matterhorns von Breuil-Cervinia mit Kundschaft ausgesetzt hat.
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