NRF meldet Tötung des Taliban-Gouverneurs von Faizabad in Badakhshan durch Anschlag; Widerstandsführung stärkt Position in Badakhshan und Umgebung
NRF meldet Tötung des Taliban-Gouverneurs von Faizabad in Badakhshan durch Anschlag; Widerstandsführung stärkt Position in Badakhshan und Umgebung Briefing Notes - KW 34/2026 1 Briefing Notes Gruppe 62 – Informationszentrum Asyl und Migration Disclaimer Die Veröffentlichung der Briefing Notes erfolgt jeweils montags und umfasst die Berichterstattung bis einschließlich Freitag der Vorwoche. August 2026 Afghanistan Sicherheitslage Laut Medienberichten finden seit dem 11.08.26 in der Provinz Badachschan heftige Kämpfe zwischen den Taliban und den Kämpfern des abtrünnigen Taliban-Kommandeurs Juma Khan Fateh (vgl. BN v. 06.07.26) statt. Fünf Taliban sollen dabei getötet und 16 verletzt worden sein. Betroffen sei der Bezirk Nusay; Fateh habe dort seine Männer sowie die Anwohner zum Kampf gegen die Taliban aufgerufen. Berichten zufolge, haben Fateh-treue Kräfte einen Helikopter der Taliban abgeschossen und zwei Außenposten der Taliban in den Gebieten Doabi und Sarkoh eingenommen. Auch Shurian, Joy Dara und Shakh Dara sowie weite Teile des ländlichen Nusay sollen nicht mehr unter Kontrolle der Taliban sein. Das Zentrum von Nusay befinde sich allerdings weiterhin in deren Hände. Die Taliban sollen Luftangriffe mit Helikoptern auf die Positionen der Fateh-Kämpfer geflogen und Verstärkungstruppen aus Kunduz, Balkh und Kabul nach Badachschan entsandt haben. Die Nationale Widerstandsfront von Afghanistan (NRF) meldete, dass sie am 13.08.26 bei einem Anschlag den Taliban-Gouverneur der Provinzhauptstadt Faizabad (Badachschan) und seine Bodyguards getötet hat. Aktivitäten von Widerstandsgruppen hatten zuletzt landesweit und insbesondere in Badachschan zugenommen (vgl. BN. v. 20.07., 27.07. und 03.08.26). Der Pressesprecher der Taliban, Zabiullah Mujahid, sagte in einem Interview, dass Pakistan den Aufstand der Widerstandsgruppen in Badachschan unterstützt. Pakistan sei auch für den Fall des Bezirks Yaftal verantwortlich (vgl. BN v. 20.07.26). Meldungen zufolge haben die Taliban in Kabul elf Personen unter dem Vorwurf des bewaffneten Eindringens getötet. Vier der Personen wurden laut Taliban im 18., sieben weitere im 8. Polizeibezirk in Kabul getötet. Laut Richard Bennett, dem UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Afghanistan, gibt es „ernsthafte Bedenken“ hinsichtlich des Tathergangs.1 Äthiopien Meldung über Zwangsrekrutierung in Oromia Einem Medienbericht zufolge steigt im Zuge der angespannten Sicherheitslage in Gesamt-Äthiopien die Anzahl an Zwangsrekrutierungen in der Verwaltungsregion Oromia. Ähnliches war bisher hauptsächlich aus Tigray bekannt (vgl. BN v. 01.06. u.13.07.26). In Oromia würden nun zumeist nicht identifizierte Akteure 2 Zivilisten, darunter auch Minderjährige, auf der Straße aufgreifen und an unbekannten Orten festhalten. In einigen Fällen würden sie für die Freilassung der Betroffenen Lösegeld von ihren Familien erpressen. Als Täter kämen das äthiopische Militär, regionale Milizen oder andere bewaffnete Gruppen in Frage.2 Guinea Aktivist verschwunden Der Aktivist Bella Bah ist am 08.08.26 an seinem Arbeitsort, einer Schule in Conakry, verschwunden. Laut Medienberichten bezeugen mehrere Personen, dass Bah, der als Lehrer arbeitet, von uniformierten und vermummten Männern der Gendarmerie entführt wurde. Weitere Informationen seien seitdem nicht bekannt geworden. Auf eine Anfrage bzgl. der Entführung hätten die Behörden nicht reagiert. Bah sei für seine kritischen Stellungnahmen bekannt und habe regelmäßig in den sozialen Medien gesellschaftliche und politische Themen angesprochen. So hätte er am Tag vor der Entführung in einem Beitrag den obersten Imam der Großen Moschee in Conakry, El Hadj Mamadou Saliou Camara, kritisiert. Aufgrund der kritischen Reaktionen darauf habe Bah jedoch angekündigt, diesen zurückzuziehen. Camara soll am 11.08.26 in einem Beitrag in den sozialen Medien Bah vergeben und dessen Freilassung gefordert haben. Die Zahl an entführten Personen hat seit dem Militärputsch im September 2021 stark zugenommen. Eine im Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung dokumentiert seitdem 35 Entführungen (vgl. BN v. 13.07.26).3 Indien Jharkhand: Studierendenproteste für Reform des Prüfungssystems Laut Medienberichten, ging die Polizei am 10.08.26 in Jharkhand mit Schlagstöcken, Tränengas und Wasserwerfern repressiv gegen Demonstrierende vor, die nach bereits mehrtägigen Protesten zum Landtag marschierten. Demnach forderten sie eine grundlegende Reform des Prüfungssystems im Bundesstaat. Gegen 100 namentlich bekannte und 500 nicht identifizierte Protestierende seien Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Berichten zufolge ist ein zentraler Akteur der Proteste Devendra Nath Mahto, ein führendes Mitglied der Jharkhand Lok Morcha (JLKM). Mahto habe sich in einem mehrtägigen Hungerstreik befunden und sei aufgrund seines stark verschlechterten Gesundheitszustands zusammen mit vier weiteren hungerstreikenden Studierenden in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Sechs Verhandlungsrunden mit der Regierung und den Studierenden seien bereits gescheitert, sodass die Proteste vorerst weitergehen würden. Die JLKM ist eine regionale politische Partei, die aus der Bhasha-Khatiyan-Bewegung hervorgegangen ist. Im August 2024 wurde die Partei offiziell als JLKM bei der Wahlkommission Indiens registriert. Die von Jairam Kumar Mahato geführte JLKM gilt als neue, aufstrebende Kraft in der Politik Jharkhands, die besonders die Anliegen der Jugend und der lokalen Bevölkerung vertritt.4 Irak KR-I: Fortdauernde Drohnenangriffe auf kurdisch-iranische Oppositionsgruppen In der KR-I ist es lokalen Medienberichten zufolge wiederholt zu Drohnen- und Raketenbeschuss auf Einrichtungen kurdisch-iranischer Oppositionsgruppen gekommen. Am 11.08.26 wurden demnach Stellungen der Komala KTP (Komala Kurdistan Toilers‘ Party, dt. Arbeiterpartei) im Alana-Tal im Unterbezirk Khalifan (Bezirk Rawandiz, Gouvernement Erbil), rd. 130 km nordöstlich der Stadt Erbil, von Raketen getroffen. Einem Sprecher der Organisation zufolge wurden zwei Personen leicht verletzt. Am 12.08.26 seien vier Drohnen in den Unterbezirken Khalifan und Harir sowie im Bezirk Soran eingeschlagen. Dabei sei in Soran ein ziviles Gebäude getroffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben. Am 14.08.26 wurden nach Angabe der sog. Anti-Terror-Behörde der KR-I mindestens drei Drohnen über der Hauptstadt Erbil durch Luftverteidigungssysteme abgeschossen. Verletzt wurde demnach niemand. Der ...