US-Dienstleistungsbranche veröffentlicht ISM-April-Umfrage in den USA; 53,6 Punkte, Expansionsschwelle überschritten
Quelle: Institute for Supply Management, NORD/LB Research
Die Dienstleistungsunternehmen aus den USA präsentieren sich ob der geopolitischen Herausforderun- gen ausgesprochen resilient, dies legt die heute veröffentlichte Einkaufsmanagerbefragung des ISM für den April nahe. Mit 53,6 Punkten verbleibt die Zeitreihe nach mechanistischer Betrachtung auskömm- lich oberhalb der Expansionsschwelle. Zwar sank die Headline-Rate gegenüber dem Vormonat etwas ab – allerdings heißt dies nur, dass die Dienstleistungsbranche nicht mehr ganz so schnell zu wachsen scheint. Aber sie wächst! Die Komponente „Business Activity“, welche den tatsächlichen Output darstellt, konnte sogar um 2 Punkte auf 55,9 wachsen. Der Konjunkturmotor der USA brummt also. Auch die Auftragsbücher füllen sich weiter, dies zeigen die respektiven Sub-Indizes. Die Auslandsnachfrage steigerte sich auf 52,1 Punkte, allerdings kann man bei den „New Orders“ durchaus eine kräftige Abschwächung beobachten. Mit 53,5 Punkten befindet diese sich zwar ebenfalls oberhalb der Expansionsschwelle, allerdings wirkt der Rückgang um über 7 Punkten schon ernüchternd. Diese Bremsspur sollte zunächst nicht überbewer- tet werden, muss man aber im Auge behalten. Die „Prices Paid“ verharren auf 70,7 Punkten, was die Unternehmen und Verbraucher perspektivisch schon noch vor Herausforderungen stellen könnte. Dies ist allerdings mitnichten schon die Fahnen- stange, zum Jahreswechsel 2021 auf 2022 konnte man in der Komponente auch deutlich höhere Werte beobachten. Die Inflation wird also tendenziell noch etwas erhöht bleiben, allerdings stützt dies unsere Sicht, dass der große Preisschock ausbleiben könnte. Gleichwohl könnte es kurzfristig noch einmal schlimmer werden, bevor es sich wieder bessert. Die verbalen Rückmeldungen der befragten Unternehmen drehen sich im Kern um die Inflation. Eine Wortmeldung aus dem Immobilienbereich sticht dabei besonders ins Auge, denn diese ist symptoma- tisch für die aktuelle Zwickmühle der Geldpolitiker. Dass der Markt rund um Privatimmobilien derzeit nicht besonders vital ist, legen Indikatoren wie der NAHB bereits nahe. Würde man die aktuellen Ver- kaufszahlen auf das Gesamtjahr fortschreiben, so der Hinweis, würde ein Wachstum von vor 30 Jahren erreicht werden und dies liegt ganz besonders an den hohen Zinsen. Einerseits müssten die Notenbanker der Fed aus verschiedenen Gründen die Zinsen senken, und waren durchaus auch Willens dies zu tun. Der aktuelle Preisdruck stellt aber durchaus eine Hürde dar. Bei alledem ist es allerdings realistisch, dass die Fed früher oder später im Jahresverlauf noch einmal Hand anlegen und die Fed Funds Target Rate senken dürfte.
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