VDMA Power Systems – Stellungnahme zum nächsten Energieforschungsprogramm Windenergieforschung in Deutschland; 30% der Stromerzeugung 2025
Stellungnahme zum nächsten Energieforschungsprogramm Windenergieforschung in Deutschland P O W E R S Y S T E M S
Deutschlands Position im globalen Wettbewerb sichern: Wettbewerbsfähigkeit muss zur Priorität der Energieforschung werden
Registrierungsnummer im Register der Interessenvertreter: R000802
August 2026
2 Executive Summary Die Windenergie bildet ein strategisches, industrielles Fundament der europäischen Energieversorgung: Sie ist Voraussetzung für Energiesicherheit, Resilienz, Bezahlbarkeit und industrielle Wertschöpfung. Angesichts geopolitischer Spannungen, volatiler Rohstoff- und Energiemärkte sowie einer zunehmend offensiven Industriepolitik in den USA und in China stellt sich nicht mehr die Frage, ob Europa einen weiteren Ausbau der Windenergie benötigt, sondern ob Europa die industriellen Rahmenbedingungen schafft, unter denen Hersteller und Zulieferer hier investieren, produzieren und wachsen können. Ohne belastbare Lieferketten, wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen und eine ausreichende Fachkräftebasis bleibt der Ausbau der Windenergie von Importen abhängig, kostenintensiv und störanfällig. Als Leitmarkt der Branche nimmt Deutschland eine Schlüsselstellung ein; die deutsche Forschungslandschaft ist als Bestandteil des europäischen Innovationsökosystems maßgeblich für die Wettbewerbsfähigkeit der Windindustrie. VDMA Power Systems – Interessenvertretung sämtlicher europäischer Hersteller von Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen sowie von mehr als 150 Zulieferern entlang der Wertschöpfungskette – legt daher im Folgenden die Forschungsprioritäten und Förderbedingungen dar, die gemeinsam mit einem verlässlichen Windenergiemarkt, fairem Wettbewerb und einer breiten Fachkräftebasis die Grundlage einer leistungsfähigen europäischen Windindustrie bilden. Mit rund 30 Prozent der inländischen Stromerzeugung im Jahr 2025 ist die Windenergie die bedeutendste einzelne Stromquelle in Deutschland und ein Grundpfeiler der zunehmenden Elektrifizierung von Industrie, Mobilität und Wärmeversorgung. Sie ist kritische Infrastruktur; ihr Ausbau ist damit auch eine Frage der nationalen Sicherheit. Da Verteidigung und Sicherheit im Bundeshaushalt an Gewicht gewinnen, ist die Energieforschung als Bestandteil der deutschen Sicherheitsarchitektur zu verstehen und nicht ausschließlich als Element der Klimapolitik. Zugleich ist die deutsche Industrie insgesamt durch hohe Stromkosten belastet: Jeder für Forschung eingesetzte Euro erzielt Wettbewerbsvorteile weit über die Windbranche hinaus. Vor dem Hintergrund der Mittelkürzungen der vergangenen Jahre nehmen wir den laufenden Konsultationsprozess zum 8. Energieforschungsprogramm zum Anlass, auf den dringenden Forschungsbedarf im Bereich der Windenergie hinzuweisen. Erforderlich sind eine kontinuierliche Forschung und Entwicklung in der Fertigung von Windenergietechnologien sowie weitere Fortschritte bei der Systemintegration, bei Netz- und Speichertechnologien, bei Digitalisierung, Cybersicherheit und Resilienz sowie bei der Kopplung von Windstrom mit Wasserstoff und weiteren Flexibilitätsoptionen. Der Forschungsbedarf der Windindustrie ist in den kommenden Jahrzehnten erheblich. Im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung sind unter der „Mission Stromwende“ bis 2030 die folgenden Ziele vorgesehen:
...