Mission Wärmewende – Großwärmespeicher Stellungnahme zum 8. Energieforschungsprogramm Deutschland; 11 Mrd Euro Investitionsvolumen bis 2045
Seite 1 von 5 Mission Wärmewende - Großwärmespeicher Stellungnahme zum 8. Energieforschungsprogramm Im Rahmen des Konsultationsprozesses zum 8. Energieforschungsprogramm wurde gezielt die Sichtweise der Marktakteure (Industrie, Anbieter, Planer, Stadtwerke etc.) zum Forschungsbedarf für Großwärmespeicher abgefragt und zusammengefasst. Zusätzlich sind aktuelle Erkenntnisse aus dem Förderformat „Urban Arena Seasonal Heat Storage“ eingeflossen. Deutscher Markt für Großwärmespeicher Großwärmespeicher haben ein Volumen von mindestens 500 m³ Wasseräquivalent und speichern jährlich 1 GWh Wärme oder mehr 1. Die Technologien umfassen Tank- Thermische Energiespeicher (TES) als oberirdische Stahlbehälter oder unterir- dische Betonbehälter und Kavernen, PTES (Erdbecken-Wärmespeicher), BTES (Erdsonden-Wärmespeicher) und ATES (Aquifer-Wärmespeicher). In den vergangenen Jahrzehnten wurden vor allem oberirdische Stahlbehälter gebaut als Tagespufferspeicher für fossil betriebene Wärmeerzeuger. Durch die Wärmewende steigt der Bedarf an Großwärmespeichern bis über 1 Mio m³ Wasservolumen 2, um erneuerbare Wärme bis zu mehreren Monaten speichern zu können. Hierzu sind in den Untergrund integrierte Wärmespeicher meist kostengünstiger. Deren Bauweisen sind bis heute europaweit nur in wenigen Pilotprojekten realisiert und noch in Erforschung und Entwicklung. Die deutschen Stadtwerke und Wärmenetzbetreiber planen Investitionen in Großwärmespeicher von 11 Mrd. Euro bis 2045 3. 15% der Wärmenetzbetreiber wollen bis 2030 in Wärmespeicher investieren, weitere 30% bis 2045. Damit wird fast jedes zweite Stadtwerk einen Großwärmespeicher für die Wärmewende benötigen. Grund hierfür ist, dass Wärmeerzeugeranlagen auf Basis erneuerbarer Energien Wärmespeicher zur Reduktion der Gesamtkosten der Wärmewende benötigen 3. Der industrielle Sektor läuft dem Stadtwerkesektor zeitlich hinterher, die Nachfragen nach Studien steigen rasant und auch erste Realisierungen werden geplant. Das Förderformat „Urban Arena Seasonal Heat Storage“ Das vom Projektträger Jülich (PtJ) mit EU-Mitteln durchgeführte Förderformat vernetzt 21 Stadtwerke und 14 Forschungsinstitute, um Großwärmespeicher für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in die Praxis umzusetzen. Basis für die Projektauswahl war das Interesse von über 80 Stadtwerken an einer Teilnahme am Förderformat. Die Studien werden im Rahmen von Mikroprojekten bis zum Jahresende 2026 durchgeführt. 1 Definition der IEA ES Task 39 und Task 45, 2026 2 Sonnenspeicher Süd in Graz mit 1,5 Mio m³ als PTES, www.sonnen-speicher.at 3 Umfrage im deutschen Wärmenetzmarkt, AGFW - der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V., 11/2024
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