Deutsche Bahn sperrt Bahnstrecke Leipzig–Zwickau; Fahrtzeit 1,5 Stunden statt 35–44 Min.
Deutsche Bahn sperrt Bahnstrecke Leipzig–Zwickau; Fahrtzeit 1,5 Stunden statt 35–44 Min. 20260807_LVZ_CITN_HP_18 In den Ersatzbussen könnten Fahrradfahrer mitunter das Nachse- hen haben. „Ich empfehle, das Fahr- rad nicht mitzunehmen“, sagte Leonhard Novak, Netzmanager S- Bahn Mitteldeutschland auf Nach- frage. Die Kapazität in den Bussen sei begrenzt und Vorrang hätten Rollstuhlfahrer. Wegen der Sper- rung des Knotens Gößnitz gibt es in dem Zeitraum auch Behinderungen für Bahnreisende auf der Mitte- Deutschland-Verbindung zwischen Chemnitz und Gera. Zwischen Glauchau und Schmölln wird es Er- satz durch Busse geben. Züge künftig schneller von Zwickau nach Leipzig Schon jetzt ist klar, dass es nach fast vier Monaten Sperrpause im kom- menden Jahr weitere Beeinträchti- gungen geben wird. Zwischen Au- gust und Oktober werde es dann eine erneute Sperrung geben, kün- digte Hornig an. Dafür werden Bahnfahrer nach Abschluss der Bauarbeiten dann schneller zwi- schen Zwickau und Leipzig unter- wegs sein. Ziel sei eine Fahrtzeit von dann unter einer Stunde im Ex- presszug, hieß es. Sperrung auf Bahnstrecke Leipzig-Zwickau Die neue Behinderung dauert mehrere Monate. Reisende müssen auf Bus umsteigen und Zeit einplanen. Bus statt Bahn: Zugreisende zwi- schen Zwickau und Leipzig müssen in den kommenden Wochen und Monaten mehr Zeit einplanen und teilweise auf Busse umsteigen. Grund sind Streckensperrungen vom 17. August bis 12. Dezember, um Bauarbeiten rund um den Bahn- knoten Gößnitz sowie am Bahnhof Werdau zu bündeln, wie die Deut- sche Bahn informierte. Allein auf dem Abschnitt Zwickau-Altenburg verlängert sich den Angaben zufol- ge dadurch die Fahrtzeit von aktuell 35 bis 44 Minuten auf dann rund ein- einhalb Stunden. Hintergrund ist der Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale, die sich auf 288 Kilometer von Dresden und Leipzig nach Süddeutschland erstreckt. Dort sollen künftig Züge mit bis zu Tempo 160 fahren und die Trasse auch stärker für den überre- gionalen Güterverkehr von den Seehäfen gen Süden genutzt wer- den. Allein in den Abschnitt Göß- nitz-Crimmitschau werden den An- gaben zufolge rund 330 Millionen Euro investiert. Wegen Engpässen bei Fachpersonal und Materialien Von Andreas Hummel Leipziger Arzt rettet Stimme von Spitzenpolitiker aus Österreich Hans Peter Doskozil ist Landeshauptmann im Burgenland. Nach einem jahrelangen Leiden hat er sich an der Uni-HNO-Klinik den Kehlkopf entfernen lassen. Es ist eine sehr seltene Erkrankung, die Hans Peter Doskozil schon seit vielen Jahren das Leben schwer macht. Kein Krebs, sondern eine schleichende Verknöcherung des Kehlkopfes. Doskozil ist ein Spitzenpolitiker der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ). Er war von 2016 bis 2017 Bundesminister für Lan- desverteidigung und Sport. Seit 2019 ist er im österreichischen Bur- genland Landeshauptmann – das entspricht in Deutschland der Posi- tion eines Ministerpräsidenten. Erste Diagnose ohne Hoffnung Bei der Wahl im vergangenen Jahr führte er seine Partei trotz leichter Verluste immer noch zu einem Er- gebnis von gut 46 Prozent. Das sind, auch in Österreich, ungewöhnlich klare Machtverhältnisse in einer zu- nehmend fragmentierten Parteien- landschaft. Doskozil ist beliebt, galt zeitweise sogar als aussichtsreicher Kanzlerkandidat und erreicht mit pragmatischen, teils eher konserva- tiven Positionen auch Wähler außer- halb des SPÖ-Klientels. Umso wichtiger, dass das wich- tigste Arbeitsmittel des Politikers funktioniert: die Stimme. Doch seine fortschreitende Kehlkopfverknö- cherung bereitet Doskozil immer wieder Probleme, führt zeitweise so- gar zu Atemnot. Ein Hals-Nasen- Ohren-Arzt in Wien macht seinem Patienten anfangs wenig Hoffnung – und keinen Mut. Er solle sich den Kehlkopf entfernen lassen und einen anderen Job suchen. Damit will Doskozil sich nicht abfinden. Gemeinsam mit seiner heutigen Frau beginnt er zu recherchieren. Nach Leipzig empfohlen Ein Spezialist in Hamburg empfiehlt schließlich einen der wenigen Ex- perten, die komplexe Eingriffe am Kehlkopf durchführen. Professor Andreas Dietz übernimmt die Be- handlung, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Oh- renheilkunde am Universitätsklini- kum Leipzig (UKL). Zum Jahreswechsel 2020/2021 ist die Lage dramatisch; Doskozil macht sich auf den Weg nach Leip- zig. „Auf dieser Fahrt bin ich 1000 Tode gestorben“, erzählt seine Frau damals. Mehrmals behandelt An- dreas Dietz seinen prominenten Pa- tienten und sorgt für Linderung. Doch im Frühjahr 2026 steht fest: Es geht nicht mehr, der Kehlkopf muss raus. „Er war immer eng, und er wurde immer enger“, sagt Dietz. Sein Patient bekommt wieder zu- Von Björn Meine nehmend schlecht Luft, seine Stim- me wird immer heiserer. Stimme hat sich verbessert Zu Ostern steht die große Operation an. Die Idee für die Zeit danach: Hans Peter Doskozil soll mit einer Stimmprothese sprechen. „Man hofft natürlich, dass es funktio- niert“, erzählt der Politiker. „Man informiert sich im Internet über Menschen ohne Kehlkopf, liest Be- richte, wie sie auftreten und wie sie sprechen können. Aber man weiß ja nicht, ob es bei einem selbst auch so klappt.“ Schon bald nach dem Ein- griff merkt Doskozil aber, dass die Stimme kommt. „Da war für mich klar: Es geht weiter, es geht beruf- lich weiter, wir werden es schaffen.“ Seine Stimme ist schon jetzt kla- rer, lauter als zuletzt. „Ich werde viel besser verstanden, und ich kann wieder Sport treiben.“ Den Umgang mit seinem Tracheostoma, einer künstlichen Öffnung der Luftröhre nach außen, empfindet er nicht als große Einschränkung. „Vielleicht, weil ich weiß, wie es sein kann, wenn man ständige Atemnot hat.“ Der Politiker spricht von einer neu- en Lebensqualität. Prothese statt Roboterstimme Doskozil – der Optimist. „Ich muss lernen, mit der neuen Situation um- zugehen und sie anzunehmen. Aber ich bin sehr, sehr zufrieden.“ Er kön- ne als öffentliche Person ein wichti- ges Signal an andere Menschen senden, die an Defiziten oder Behin- derungen leiden. Die Erkrankung habe auch seinen Blick auf die Ge- sundheitspolitik verändert. Es müs- se immer darum gehen, den Patien- ten in den Mittelpunkt zu stellen, Wartezeiten zu verkürzen, gerade in ländlichen Regionen. „Er macht das vorbildlich“, sagt Andreas Dietz, „es ist beeindru- ckend zu sehen, wie er das schafft.“ Doskozils Stimme werde künftig kein Handicap mehr sein. Seine Stimmprothese hat nichts mit der teils gefürchteten Roboterstimme zu tun, die durch Halten eines Elektro- stimmgebers an den Hals entsteht. „Es geht um ein kleines Ventil zwi- schen Luft- und Speiseröhre, das mit entsprechender Übung eine stabile, gute Stimmbildung ermöglicht“, er- klärt Dietz. Viel Lob aus Österreich Zu seinem Arzt sei „ein großes Ver- trauensverhältnis“ entstanden, be- richtet Doskozil. „Ich bin überzeugt, bei ihm und seinem Team qualitativ bestens aufgehoben zu sein. Ich kann Leipzig nur gratulieren, dass man dort so eine Abteilung und so einen Arzt hat.“ In österreichischen Medien war die Behandlung Dosko- zils zuletzt ein großes Thema. Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann im österreichischen Burgenland, ist in der Leipziger Universitätsklinik erfolgreich am Kehlkopf behandelt worden. Foto: IMAGO/Andreas Stroh „Es ist beeindruckend zu sehen, wie er das schafft“: Professor Andreas Dietz, Kehlkopf-Experte vom Universitätsklinikum Leipzig, ist mit dem Genesungsver- lauf seines prominenten Patienten zufrieden. Foto: André Kempner wird sich die Fertigstellung aber um etwa ein Jahr verzögern, hieß es. Ur- sprünglich sollten die Arbeiten noch dieses Jahr enden. Umfangreiche Arbeiten an Gleisen, Weichen und Brücken „Hier bleibt kein Stein auf dem an- deren, um eine zukunftsfähige In- frastruktur herzustellen“, sagte Jan Hornig von der DB Infrago. Wäh- rend der Zugverkehr bis Mitte De- zember auf dem Abschnitt ruht, sol- len Gleise und Weichen erneuert, an Oberleitungen gearbeitet, Brücken eingeschoben und Stützwände ge- setzt werden. Zeitgleich finden Bau- arbeiten am Bahnhof Werdau statt. Dort werden Überholgleise für Gü- terzüge auf 750 Meter verlängert so- wie Weichen und Signalanlagen er- neuert. Damit wird auch die Voraus- setzung geschaffen, dass mit dem Fahrplanwechsel Bahnreisende künftig ohne Umsteigen von Plauen bis Leipzig fahren können. Wegen Gleisbau und anderer Arbeiten gibt es Sperrungen auf der Bahnstrecke Leipzig–Zwickau, sodass Ersatzverkehr per Bus erforderlich ist. Foto: Roland Weihrauch/dpa www.soziwalei.de Wohnungsberäumungen, Haushaltsauflösung/Entsorgung Renovierungsarbeiten, Alles aus einer Hand Haushaltauflösung Eisenbahnstraße 171, 04315 Leipzig Tel. 0341-2315284, E-Mail: daswarenhaus@web.de www.sozialwarenhaus.de Öffnungszeiten Mo. 10:00–16:00 Uhr Di.–Fr. 10:00–18:00 Uhr Sa. 10:00–14:00 Uhr Ob Schuppen, Garage, Haus oder Wohnung, wir bieten einen ordnungsgemäße Beräumung und Entsorgung. Alle (nach Besichtigung und Einschät- zung) vorhandenen verwertbaren Gegenstände wer- den bewertet und fließen in den Gesamtpreis mit ein. 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