Die Bundesregierung will Primärarztsystem in Deutschland einführen; Überweisungen steigen von 70 Mio auf 170 Mio/Jahr
Die Bundesregierung will Primärarztsystem in Deutschland einführen; Überweisungen steigen von 70 Mio auf 170 Mio/Jahr Positionspapier Elektronische Überweisung KERNPUNKTE ZUR eÜBERWEISUNG 1 Die Bundesregierung will ein Primärarztsystem einführen, um den Zugang zur fachärztlichen Versorgung stärker zu steuern und die vorhande- nen Ressourcen effizienter zu nutzen. Ein wichtiger Hebel für die erfolgreiche Umsetzung ist die elek- tronische Überweisung (eÜberweisung). Sie soll mit dem geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen kommen. In einem Primärarztsystem suchen Patientinnen und Patienten zunächst eine hausärztliche oder andere primärversorgende Praxis auf, die die weitere Behandlung koordiniert und bei Bedarf an einen Facharzt überweist. Die Anzahl der Überwei- sungen mit Arzt-Patienten-Kontakt wird folglich steigen — nach Berechnungen der KBV von rund 70 Millionen auf circa 170 Millionen pro Jahr. Die qualifizierte elektronische Über- weisung wird dabei zu einem wichtigen Steuerungselement. KERNELEMENT IST EIN ZENTRALER VERSORGUNGSFACHDIENST Die KBV unterstützt die Einführung der eÜberweisung und hat ein Konzept entwickelt, wie die eÜberweisung den Infor- mationsaustausch zwischen Praxen fördern und die Steuerung der Patientinnen und Patienten sinnvoll unterstützen kann. Es beschreibt die nötige Infrastruktur sowie Abläufe im Praxis- alltag und zeigt, wie die eÜberweisung und die Terminvergabe durch die Praxen und die 116117 zusammenwirken. Kernelement ist ein Versorgungsfachdienst in der Telematikinfra- struktur (TI), der einen schnellen Austausch von medizinischen und administrativen Informationen zwischen Praxen ermöglicht. Überweisende Ärztinnen und Ärzte legen auf diesem Server die Unterlagen ab, die ihre Kolleginnen und Kollegen für die Mit- oder Weiterbehandlung benötigen — die Überweisung mit einer konkreten Fragestellung und einem Terminvermittlungscode, Vorbefunde, Medikationspläne etc. Praxen können so für alle Patientinnen und Patienten ihre Steuerungsaufgabe wahrneh- men — auch für die, die sich gegen die elektronische Patienten- akte (ePA) entschieden oder die Zugriffsrechte auf ihrer ePA eingeschränkt haben. ELEKTRONISCHE ÜBERWEISUNG ZENTRALES INSTRUMENT DER PRIMÄRARZTVERSORGUNG KONZEPT ZUR EINFÜHRUNG DER eÜBERWEISUNG SCHNELLE INFORMATION Ärztinnen und Ärzte erhalten schnell und einfach Patientendaten und medizinische Dokumente wie Vorbefunde, die sie zur Mit- und Weiterbehandlung benötigen. TRANSPARENZ Praxen können Informationen zur Mit- und Weiterbehandlung für alle Patientinnen und Patienten bereit- stellen und einsehen und so ihre Steuerungsfunktion wahrnehmen. VERBINDLICHKEIT Die eÜberweisung und die damit verbundene Patientensteuerung erfordern verbindliche Regeln für alle Beteiligten — für die Praxen und für die Patienten. ...