Hubert Aiwanger fordert Planungssicherheit, Anhebung der Korrekturfaktoren im Süden, höhere Ausschreibungsvolumina; Sengenthal
Aiwanger: “Wir brauchen Planungssicherheit statt Störfeuer, eine Anhebung der Korrekturfaktoren im Referenzertragsmodell für den Süden und deutlich höhere Ausschreibungsvolumina”
Aiwanger: “Wir brauchen Planungssicherheit statt Störfeuer, eine Anhebung der Korrekturfaktoren im Referenzertragsmodell für den Süden und deutlich höhere Ausschreibungsvolumina”
LK. NEUMARKT I.D.OPF. Wie bleibt die Windindustrie wettbewerbsfähig? Diese Frage stand im Zentrum des VDMA Supply Chain Day 2026, bei dem Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger seine Position zum Windkraftausbau bekräftigte: „Erklärtes Ziel der Staatsregierung ist es, bis 2030 insgesamt 1.000 neue Windenergieanlagen auf den Weg zu bringen. Wir sind hier auf einem guten Weg, wir haben aktuell über 700 Windräder in der Genehmigung und über 300 bereits genehmigte, die noch nicht gebaut sind, hunderte weitere sind in der Vorplanung. Wenn uns der Bund jetzt nicht in den Arm fällt, bekommen wir einen großen Schub an Windkraft, den unsere Wirtschaft auch braucht.“ Vertreter aus Industrie, Forschung, Politik und Verbänden diskutierten, wie sich die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette stärken lässt. Die Veranstaltung wurde bei Max Bögl ausgerichtet.Weiter forderte Aiwanger vom Bund: „Wir brauchen Planungssicherheit statt Störfeuer, insbesondere auch eine Anhebung des Korrekturfaktors im Referenzertragsmodell für den Süden, das unsere schwächeren Windbedingungen berücksichtigt, und deutlich höhere Ausschreibungsvolumina.“Derzeit zeigen sich bei den EEG-Ausschreibungen deutliche Engpässe. Die Zuschlagsquoten sind zuletzt stark gesunken und lagen in Bayern beim Gebotstermin im Februar 2026 nur noch bei 5,7 Prozent. Damit konnten zahlreiche Projekte keinen Zuschlag erhalten, obwohl ausreichend genehmigte Vorhaben vorlagen. Bereits in den vorangegangenen Ausschreibungsrunden war ein rückläufiger Trend erkennbar, wodurch Projekte mit mehreren hundert Megawatt Leistung unberücksichtigt blieben.Außerdem weist Bayern im Bundesvergleich deutlich schwächere Windverhältnisse auf. Nach Angaben der Fachagentur Wind und Solar liegt die mittlere Standortgüte in Bayern bei rund 55 Prozent und damit bundesweit auf dem niedrigsten Niveau. “Bayern hat nun einmal schlechtere Windverhältnisse als die nördlichen Bundesländer, es ist aber wegen der Netzstabilität und Versorgungssicherheit trotzdem sinnvoll, auch südlich des Netzengpasses Windräder zu bauen. Wenn dann aber bayerische Projekte in bundesweiten Ausschreibungen eins zu eins mit Standorten an der Nordsee konkurrieren müssen, ist klar, wer den Zuschlag bekommt. Der Korrekturfaktor sorgt genau hier für Fairness. Er gleicht die natürlichen Standortnachteile aus und stellt sicher, dass auch in Süddeutschland wirtschaftlich tragfähige Projekte entstehen können. Ohne diesen Ausgleich wird der Ausbau automatisch in den Norden verlagert. Das kann nicht im Sinne einer sicheren und regional ausgewogenen Energieversorgung sein”, beklagt der Minister.Ende März 2026 hat der Bundesrat hierzu auf Initiative Bayerns einen Beschluss für eine zusätzliche Wind-Sonderausschreibung von 5 GW im Jahr 2026 gefasst. Ziel ist es, den sich abzeichnenden Realisierungsstau in Bayern und bundesweit zu reduzieren. Gleichzeitig wurde ein weiterer Bundesratsbeschluss zur Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells gefasst, um windschwächere Regionen im Süden gezielt zu stärken und bestehende Standortnachteile besser auszugleichen.Im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. sind derzeit 65 Windräder mit einer installierten Leistung von 156,8 MW in Betrieb, die jährlich rund 324.168 MWh Strom erzeugen und damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energieversorgung leisten.
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