Pakistanische Raketen treffen Universität Kunar, Afghanistan; mindestens 7 getötet; 30 verletzt
Pakistanische Raketen treffen Universität Kunar, Afghanistan; mindestens 7 getötet; 30 verletzt Briefing Notes - KW 19/2026 1 Briefing Notes Gruppe 62 – Informationszentrum Asyl und Migration 04. Mai 2026 Afghanistan Sicherheitslage: Zivile Opfer bei pakistanischen Angriffen auf die Provinz Kunar Am 27.04.26 wurde die Universität Kunar u.a. nach Berichten der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) von pakistanischen Raketen getroffen, mindestens 30 Dozenten und Studenten sollen dabei nach Angaben der Taliban verletzt worden sein. Am gleichen Tag gab es weitere Raketeneinschläge in der Region, bei denen nach Angaben der Taliban mindestens sieben Personen getötet und weitere verletzt wurden. In der Nacht vom 28.04. auf den 29.04.26 sollen außerdem bei Beschuss der Distrikte Khas Kunar und Sarkano mindestens drei Personen getötet und zwölf weitere verletzt worden sein. Hunderte Familien sollen ihre Dörfer verlassen haben. Auch in anderen Grenzregionen kommt es weiterhin zu Gefechten.1 Verfolgungslage: Verhaftungen, Schließung von Schneidereien, keine Pressefreiheit Am 02.05.26 erklärte die im Ausland lebende Frauenrechtlerin und ehemalige Parlamentsabgeordnete Fawzia Koofi, ihr Haus in Kabul sei von den Taliban beschlagnahmt und mehrere Familienangehörige verhaftet worden. Aufenthaltsort und Zustand der Verhafteten seien unbekannt. Laut Meldung vom 28.04.26 haben die Taliban in der Provinz Panjshir zwei vom Welternährungsprogramm (WFP) finanzierte Schneidereien geschlossen, in denen Frauen ausgebildet wurden. Die Taliban warfen dem WFP vor, dort das „Entschleiern“ von Frauen zu propagieren. Laut dem am 30.04.26 veröffentlichten aktuellen World Press Freedom Index von Reportern ohne Grenzen liegt Afghanistan bei der Pressefreiheit auf Platz 175 von 180 untersuchten Ländern.2 Regierungsgeschäfte: Gesetzliche Vorschriften für Predigten und Beschlagnahmung von Land Laut Berichten vom 29.04.26 haben die Taliban ein Gesetz mit genauen Vorschriften für Predigten veröffentlicht. Demnach darf nur sunnitisch-hanafitischer Islam gepredigt werden. Außerdem ordnet das Gesetz alle Prediger dem Tugendministerium unter. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Afghanistan, Richard Bennett, bezeichnet das Gesetz als Verstoß gegen internationale Menschenrechte, da es religiöse Minderheiten diskriminiert. In Kabul haben die Taliban am 26.04.26 über 450 Hektar Land zu Staatseigentum erklärt, u. a. die mehrheitlich von Hazaras bewohnte Omid Sabz-Siedlung. Auch in der Provinz Khost verstaatlichten die Taliban vorher als privat angesehenes Land. Die Taliban berufen sich dabei auf Gerichtsentscheidungen zweifelhafter Legitimität.3 Humanitäre Lage: Weitere Überschwemmungen Es kommt weiterhin zu Überschwemmungen in mehreren Provinzen (vgl. BN v. 13.04.26). In den Provinzen Ghor und Samangan sind laut Meldung vom 28.04.26 wichtige Versorgungsrouten nicht befahrbar. Nach UN-Angaben vom 29.04.26 sind etwa 57.000 Überschwemmungsopfer auf humanitäre Hilfe angewiesen.4 ...