Wacker Chemie Burghausen kündigt Abbau von 1500 Arbeitsplätzen; Region unter tiefgreifendem Umbruch
Ausgabe 2 / Mai-2026 WWW.KAB-PASSAU.DE KATHOLISCHE ARBEITNEHMER-BEWEGUNG DIÖZESANVERBAND PASSAU STAND Punkt Wirkt in unsere Zeit hinein: Der Oster- glaube schenkt Le- bensmut, Hoffnung und Gelassenheit. An Ostern jubelt das Leben. Die Auferste- hung Jesu bedeutet: Jesus von Nazareth ist in ein unvergängliches, ewiges Leben bei Gott eingegangen. Diese Wirklichkeit über- steigt unsere Sprache; wir nähern uns ihr durch Bilder, Symbole, Lieder und Feier. Der Jesuit Alfred Delp sagte: Der Sinn christlicher Feste ist, dass wir Gottes Ge- heimnisse an uns geschehen lassen. Wer sich vom Ostergeheimnis berühren lässt, beginnt es zu begreifen. Ostern ist daher lebensnotwendig: Es öffnet den Blick über das rein Diesseitige hinaus und zeigt, was menschenwürdiges Leben ausmacht. Wir bekennen: Unser Leben endet nicht im Tod, sondern findet seine Vollendung bei Gott. Auch der Weg Jesu endet nicht am Kreuz, sondern im Leben Gottes – und wir sind hineingenommen. Anteil an der Aufer- stehung heißt: Unser Leben wird von Gott verwandelt, nicht aus eigener Kraft, son- dern wie durch die verwandelnde Kraft der Liebe. Die Schrift sagt: „Ihr seid mit Christus auf- erweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist“ (Kol 3,1). Ostern lässt uns ahnen, dass unser Leben mehr ist, als wir sehen. Der Schriftsteller François Mauriac antwor- tete auf die Frage nach der Auferstehung: Er stelle sich nichts vor, sondern vertraue darauf, dass Gott überraschen wird. Für Paulus von Tarsus ist klar: Ohne Aufer- stehung ist der Glaube sinnlos (vgl. 1 Kor 15). Die verängstigten Jünger wurden zu mutigen Zeugen – ein Hinweis darauf, dass etwas Entscheidendes geschehen ist. Die Sehnsucht nach einem Leben über den Tod hinaus bleibt im Menschen lebendig. Augustinus von Hippo formulierte: Unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in Gott. Ludwig Samereier KAB-Kreis-Präses D er angekündigte Abbau von rund 1500 Arbeitsplätzen bei Wacker Chemie hat das bayerische Chemiedreieck mit Er- schrecken erfüllt – und war zentrales Thema des Burghauser Sozialforums. Klar wurde: Die Region steht vor einem tiefgreifenden Um- bruch, dessen Folgen weit über das Unterneh- men hinausreichen. Im Bürgersaal diskutierten unter der Modera- tion von Angelika Görmiller der Werkleiter von Wacker Burghausen, Dr. Peter von Zumbusch, Burghausens Bürgermeister Florian Schnei- der, Günter Zellner von der Gewerkschaft IGB- CE und Michael Wagner, Diakon und KAB-Lan- despräses Bayern, vor großem Publikum über die Zukunft der Chemieregion. Die Botschaf- ten waren deutlich. Die Diskussion zeigte die Herausforderungen auf: Steigende Energiekos- ten, globaler Konkurrenzdruck und die Trans- formation zur Klimaneutralität setzen den Standort massiv unter Druck. Der Stellenab- bau ist dabei mehr als eine unternehmerische Entscheidung – er trifft die gesamte Region. Und dennoch: Resignation war nicht die Bot- schaft des Abends. Das Chemiedreieck ist an einem großen Wendepunkt. Die Region habe bereits mehrfach bewiesen, dass sie Wandel gestalten kann. Jetzt komme es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen – politisch, wirt- schaftlich und gesellschaftlich. Auch die Be- gleitung der Kirche ist gefordert. „Solange das „WIR gehen zusammen“ bestehen bleibt und alle – auch die Schwachen – in ei- ne gute Zukunft mitgenommen werden, wird die Transformation bei Wacker positiv, nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Region, vollzogen werden können.“ Betriebsseelsorger des Bistums Johannes B. Trum in seinem Statement Das Fazit des Sozialforums ist klar und zuge- spitzt: Wenn die Chemie hustet, dann ist die Region nicht krank – aber sie steht unter ei- nem enormen Druck wie lange nicht. „Arbeit ist wichtig – sie gibt Identität. Gehen wir die- sen Weg gemeinsam. Mit Mut statt Angst. Mit Vertrauen und mit Zuversicht“, so KAB-Di- özesansekretärin Monika Wagmann in ihrem Schlusswort. mw n „Wenn die Chemie hustet“ Burghauser Sozialforum diskutiert über harte Einschnitte und große Verantwortung Impressum: Herausgeber: KAB-Diözesanverband
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