Judith Hermann erforscht NS-Vergangenheit ihres Großvaters in Radom, Polen; Belastung der Nachkommen im Fokus.
Judith Hermann erforscht NS-Vergangenheit ihres Großvaters in Radom, Polen; Belastung der Nachkommen im Fokus. Schatten der Vergangenheit und Geld als Waffe – Kultur Blog Stadtlandsee Juni 2026 29. Mai 2026 Denkanstöße von Judith Hermann und Ulrike Herrmann Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Judith Hermann setzt sich in ihrem Buch „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ mit der Vergangenheit ihres Großvaters auseinander. Er war überzeugter Nationalsozialist und ab 1941 als Mitglied der Waffen-SS im polnischen Radom stationiert. Gegenüber seiner Familie schwieg er über diese Zeit. Judith Hermann selbst hat ihn nie kennenglernt; er starb vor ihrer Geburt. Auf ihrer Spurensuche führt die Autorin zahlreiche Gespräche mit ihrer Mutter und stößt auf eine Kiste mit Fotografien. Auf einem Bild, das ihren Großvater auf einem Motorrad der SS zeigt, steht handschriftlich „Radom 1941“. Judith Hermann reist nach Radom, um mehr über das Jahr zu erfahren, in dem ihr Großvater dort lebte. Sie durchstreift die Stadt, besucht das Historische Museum und den Platz auf dem einst die Synagoge stand. Um weitere Gespräche innerhalb der Familie zu führen, reist Judith Hermann von Polen aus zu ihrer Schwester nach Neapel. ...