Katholische Akademie in Bayern organisiert Abendveranstaltung zu Reichstag Speyer 1526 in Augsburg (Haus Sankt Ulrich); TV-Aufzeichnung geplant
GESCHICHTE Bilder: Philipp von Hessen (Hans Krell); Kaiser Ferdinand I. (Hans Bocksberger the Elder); Johann Friedrich, Kurfürst von Sachsen (Lucas Cranach the Elder) Wikimedia Commons AUGSBURG Dienstag, 20. Oktober 2026 18.00 Uhr Die Frühphase der Reformation war in Europa nicht nur eine Zeit großer religiöser Unsicherheit, sondern auch massiver sozialer Konflikte (Deutscher Bauernkrieg), machtpolitischer Auseinandersetzungen vor allem zwi- schen dem Haus Habsburg und Frankreich, sowie ernster Bedrohungen von außen (osmanische Expansion auf dem Balkan und in Ungarn). Der Reichstag von Speyer im Sommer des Jahres 1526 war ein Versuch vor allem der Reichsfürsten, nach dem Bauernkrieg die politisch-soziale Ordnung zu stabilisie- ren, die Spannungen im Reich (u. a. durch Kompromisse in der Konfessi- onsfrage) in den Griff zu bekommen und gegenüber den Osmanen hand- lungsfähig zu werden. Der Erhellung dieser komplexen Gemengelage dient unsere Abendveranstaltung, die wir in Kooperation mit dem Bischöflichen Beauftragtenw für Bistumsgeschichte der Diözese Augsburg und dem Ver- ein für Augsburger Bistumsgeschichte organisieren. Der Abend in Augsburg dient auch als Auftakt einer Reihe ökumenischer Veranstaltungen in den kommenden Jahren, mit denen wir das 500-jäh- rige Jubiläum der Confessio Augustana wissenschaftlich begleiten wollen. Dieses Dokument entstand 1530 auf einem Reichstag zu Augsburg als zentrales Bekenntnis der lutherischen Reformation und prägt bis heute evan- gelische Kirchen weltweit. Die Bedeutung des Dokuments liegt nicht nur in der theologischen Klärung zentraler Fragen, sondern wird heute auch als Versuch gesehen, Verständigung und Frieden in einer Zeit religiöser Span- nungen zu erreichen. Die Fürsten ergreifen das Szepter Ein Ort der Kooperation: Der Reichstag von Speyer 1526 Landgraf Philipp von Hessen (li.) war einer der Wortführer der reformierten Fürsten, Erzherzog Ferdinand hingegen vertrat die Interessen seines Bruders, Kaiser Karls V. Kurfürst Johann von Sachsen spielte ebenfalls eine wichtige Rolle auf Seiten der Fürsten.
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