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Familien erleben keine Rechtskreise - sie erleben ihr Leben!
Greifswald , 10. September 2026
Familien erleben keine Rechtskreise - sie erleben ihr Leben!
Gemeinsam näher dran: Fachtag in Greifswald bringt Akteure für Familien in Mecklenburg-Vorpommern zusammen
Wie gelingt es, Familien so zu unterstützen, dass Hilfen nicht an Zuständigkeitsgrenzen enden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Fachtags „Gemeinsam näher dran – Kooperationen für Familien in MV Akti(F) gestalten“, der am 10. September 2026 in Greifswald stattfand. Über 100 Fachkräfte aus Sozialer Arbeit, Arbeitsmarkt, Verwaltung, Beratung und Familienförderung kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern weiterzuentwickeln. Familienleben hält sich nicht an Zuständigkeiten. Finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit, Kinderbetreuung, gesundheitliche Belastungen, Migration, Trennung oder eine Beeinträchtigung eines Elternteils treten häufig nicht isoliert auf. Für betroffene Familien bedeutet das nicht selten, gleichzeitig mit unterschiedlichen Behörden, Beratungsstellen und Unterstützungssystemen in Kontakt zu stehen. Genau hier setzte der Fachtag an. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam näher dran“ ging es darum, wie aus vielen bestehenden Angeboten ein möglichst gut abgestimmtes Unterstützungssystem werden kann – und wie Fachkräfte über die Grenzen ihrer jeweiligen Rechtskreise und Institutionen hinweg noch besser zusammenarbeiten können. Akti(F) Plus: Unterstützung, die bei Familien ankommt Einen wichtigen Ausgangspunkt des Tages bildeten die Akti(F)-Plus-Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Das ESF-Plus-Programm „Akti(F) Plus – Aktiv für Familien und ihre Kinder“ unterstützt Familien, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, und verbindet individuelle Begleitung mit dem Aufbau tragfähiger Kooperationsstrukturen. Vertreterinnen und Vertreter der Projekte K.O.M.M. 2.0 des CJD Nord, U(H)rWerk+ des BilSE-Instituts sowie der Familienwerkstatt 2.0 von RegioVision Schwerin gaben Einblicke in ihre praktische Arbeit. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen von Familien sein können – und wie wichtig niedrigschwellige und individuelle Unterstützung ist. Einen wissenschaftlichen Impuls gab Prof. Dr. Johannes Daniel Schütte von der TH Köln. Als Professor für Sozialpolitik und Sozialmanagement und Direktor des Instituts für Sozialpolitik und Sozialmanagement beschäftigt er sich unter anderem mit Armut und sozialer Ausgrenzung, Kinderarmut, Bildungsungleichheit sowie kommunalen Präventionsansätzen. In seinem Vortrag richtete er den Blick insbesondere auf institutionelle Strukturen und die Frage, weshalb vorhandene Unterstützungsleistungen Menschen nicht immer erreichen. Eine der zentralen Erkenntnisse: Nicht allein das Vorhandensein eines Angebotes entscheidet darüber, ob Hilfe wirkt. Ebenso wichtig sind Zugänglichkeit, Verständlichkeit und funktionierende Schnittstellen zwischen den beteiligten Institutionen.
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