Der Gemeinderat in Salem beschließt ein 3-Säulen-Modell für die Kita-Betreuung ab dem Kita-Jahr 2026/27; Ganztagesbetreuung wird langfristig auf zwei Einrichtungen reduziert.
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Es war der Wunsch des Gemeinderates, im Hinblick auf die Kostenentwicklung der kommunalen Kindergärten sowie der daraus resultierenden Gebührenbelas- tung für die Eltern, das Betreuungsange- bot zu prüfen. Die Verwaltung hatte bei der Erstellung der neuen Betreuungs- struktur Wert auf die Berücksichtigung der pädagogischen, organisatorischen und auch der wirtschaftlichen Themati- ken gelegt. Nun hat der Gemeinderat bei 16 Ja-Stimmen und 5 Stimmenthaltun- gen den Vorschlägen der Verwaltung zur Ausgestaltung der Gruppenzuschnitte zugestimmt. In der Sitzung am 27.01.2026 wurde be- schlossen, ein 3-Säulen-Modell einzuführen. Das bedeutet, dass die bisher sieben unter- schiedlichen Betreuungsangebote reduziert werden auf drei Betreuungsangebote: Vor- mittagsbetreuung, Verlängerte Öffnungszei- ten (VÖ) sowie Ganztagesbetreuung (GT). Auf dieser Grundlage wurde die Anmeldephase vorbereitet. Diese endete am 1. März 2026. Nach der erfolgten Auswertung der Anmel- dungen auf Grundlage dieser neuen Struktur, wurde die Ausgestaltung der Platzzahlen und Gruppenzuschnitte nun konkretisiert. Es zeigte sich: Im Vergleich zur sehr häufig ge- buchten Vormittagsbetreuung, wird die Ganztagesbetreuung nur in geringem Um- fang gewählt. Um sowohl mit der Anzahl der belegten Plätze den Gruppengrößen zu ent- sprechen, aber auch, um das Betreuungsper- sonal in einem angemessenen Rahmen zu halten, soll die Ganztagesbetreuung sukzes- sive in einigen Kindertageseinrichtungen ab- gebaut werden, sodass langfristig die Ganz- tagesbetreuung in lediglich zwei Einrichtun- gen angeboten wird. So sieht das neue Betreuungskonzept aus Die Kindergärten Weildorf und Grasbeuren sind nahezu voll ausgelastet. Die Ganztages- kinder aus dem Kindergarten Am Lichten- berg nehmen zukünftig entweder die Betreu- ungsform VÖ im selben Kindergarten wahr oder einzelne Kinder wechseln in den Katho- lischen Kindergarten St. Josef. Anmeldezahlen für Kindergärten liegen vor 3-Säulen-Modell tritt zum Kita-Jahr 2026/27 in Kraft Das sagen Räte und Bürgermeister „Ich finde es toll, dass die Kindergärten Gras -beuren und Weildorf so gut angenommen werden und auch ausgelas- tet sind“, sagt Stephan Ziegler (CDU) entgegen der Befürchtungen, die beiden kleinsten der Salemer Kindergärten könn- ten durch die Strukturreform auf der Stre- cke bleiben. „Das spricht wirklich für unsere kleinen Einrichtungen und hat uns alle durchatmen lassen“, zeigt sich auch Bür- germeister Manfred Härle erfreut. Grundsätzlich für keine „einfache Geschichte“ hält Henriette Fiedler (FW) die Umstrukturierung. „Ich sehe nicht viel Positives und sehr viele Einschränkungen.“ Dass die Gebühren erhöht wurden und jetzt am Personal gespart werde, hält sie für den falschen Ansatz. Für die Eltern als „echt schwierig“ erachtet Antje Möller (GoL) den Wechsel mancher Kinder in eine andere Einrichtung im letz- ten Kindergartenjahr – auch wenn man den Übergang jetzt schaffen müsse. Für Ursula Hefler (CDU) – wie auch für Manfred Härle – ist dieses 3-Säulen-Modell nicht in Stein gemeißelt. Überrascht über die geringen Anmelde- zahlen für den Ganztagsbereich zeigt sich da gegen Adolf Eblen (CDU). „Da darf man sich nicht wundern, wenn das Angebot gekürzt wird.“ Die Frage freilich stelle sich nach dem „Warum?“. Mittragen könne er die Entscheidung nur, wenn bei Bedarf Flexibilität gewährleistet ist. Auch Arnim Eglauer ist verwundert über die geringen Belegungszahlen im Ganz- tagsbereich: „Da hätten wir uns im Vorfeld manche Aufregung sparen können.“ Was aber wiederum zeige, dass die Gemeinde allein mit dem VÖ-Modell im Gegensatz zur Regelbetreuung mehr biete als vom KVJS gefordert. Auf mehr Einsparpotenzial im Personalbe- bereich hat Stefanie Straßer (FW) gehofft. Zwar mit leichtem Unbehagen, aber doch mit der Hoffnung, dass daraus etwas Neu- es erwächst, sieht sie in der künftigen Struktur durchaus auch Positives. Durch die akribische Arbeit der Verwal- tung, die beinah einem Tetris-Spiel glich, liegt nun ein konkreter Fahrplan vor. Jetzt gilt es, dieses 3-Säulen-Modell umzusetzen und sowohl Eltern als auch Kindern ge- recht zu werden – trotz des ein oder ande- ren Kindergartenwechesels, der in dieser Phase nicht vermeidbar sein wird. „Wir haben noch immer einen Jahr-für-Jahr- Plan erstellt“, sagt Manfred Härle. „Warum sollten wir das nicht so beibehalten und nicht nachjustieren, wenn es der Bedarf verlangt?“ Nichtsdestotrotz gelte es unter den finanziellen Vorzeichen, rechtzeitig auf schlanke Strukturen zu achten, „damit wir in allen Bereichen handlungsfähig bleiben und nicht irgendwann mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Weil es im Kindergarten Kleiner Brühl zum neuen Kindergartenjahr lediglich drei Neuan- meldungen für die Ganztagesbetreuung gibt, wird diesen Kindern ein Platz im Kath. Kinder- garten St. Josef zur Verfügung gestellt. Zum Ende des Kindergartenjahres 2026/27 verlas- sen drei Ganztageskinder den Kindergarten, und damit würde ab dem Kindergartenjahr 2027/28 lediglich ein Kind die Ganztagesbe- treuung im Kleinen Brühl in Anspruch neh- men. Somit wird zum Kindergartenjahr 2027/28 die Ganztagesbetreuung enden, was bedeutet, dass ab sofort keine Kinder mehr mit Ganztagesbetreuung aufgenommen werden. Da im Kindergarten Am Fohrenbühl zum neuen Kindergartenjahr ebenfalls lediglich ei- ne Neuanmeldung für die Ganztagesbetreu- ung vorliegt, soll für dieses Kind ein Platz im Kindergarten Am Keltenring vorgehalten werden. Zum Ende des Kindergartenjahres 2026/27 verlassen zwei Ganztageskinder die Einrichtung (Schule). Zum Kindergartenjahr 2027/28 sind es neun Kinder mit Ganztages- betreuung. Deswegen wird auch hier die Ganztagesbetreuung zum Kindergartenjahr 2029/30 enden. Ab sofort werden auch hier keine Kinder mit Ganztagesbetreuung aufge- nommen. Für den Kindergarten Beuren liegen zum neuen Kindergartenjahr lediglich zwei Neun- anmeldungen für die Ganztagesbetreuung vor. Auch diesen Kindern soll im Kindergarten Am Keltenring oder im Kath. Kindergarten St. Josef ein Platz angeboten werden. Zum Ende des Kindergartenjahres 2026/27 verlassen sieben Ganztageskinder die Einrichtung (Schule), was auch hier zur Folge hat, dass zum Kindergartenjahr 2027/28 die Ganzta- gesbetreuung im Kindergarten Beuren endet und ab sofort keine Kinder mit Ganztagesbe- treuung mehr aufgenommen werden. Im Kindergarten Am Keltenring werden zum neuen Kindergartenjahr 23 Kinder mit Ganztagesbetreuung betreut, während in der Krippe Am Keltenring 13 Kinder neu an- gemeldet sind. Davon sind zwei Anmeldun- gen für die Ganztagesbetreuung. Damit wer- den im neuen Kindergartenjahr vier Kinder mit Ganztagesbetreuung betreut. Aus die- sem Grund wird die Ganztagsbetreuung wei- terhin an zwei Tagen angeboten, jedoch keine Ganztagesbetreuung an vier Tagen eingerichtet. Eltern, die eine Ganztagesbe- treuung an drei oder mehr Tagen benötigen, werden künftig gebeten, sich an entspre- chende Tagespflegepersonen zu wenden. Auswirkung auf Personalstellen Ein Grund für die Strukturänderung im Be- treuungsangebot war neben der Verlässlich- keit und der Qualtiätssicherung die Einspa- rung bei den Personalkosten. Die Neugestaltung der Platzzahlen und damit verbunden die teilweise neuen Gruppenzu- schnitte haben Auswirkung auf das Vorhalten der Personalstellen. Aktuell benötigt werden insgesamt 53,16 Personalstellen. Mit den ge- planten Änderungen zum neuen Kindergar- tenjahr 2026/27 werden nur noch 50,75 Per- sonalstellen benötigt. Dies bedeutet ein Ab- bau von 2,41 Personalstellen. Ab dem Kindergartenjahr 2027/28 benötigen werden anhand der vorliegenden Anmeldezahlen 49,7 Personalstellen, was einem weiteren Ab- bau von 1,05 Personalstellen entspricht. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen werden demnach insgesamt 3,46 Personal- stellen abgebaut. Jedoch muss der Personal- schlüssel bei Veränderungen in den Anmel- dezahlen oder der Platzvergabe ggfs. wieder angepasst werden. Anmeldezahlen zum 1.3.2026 für das neue Kindergartenjahr 2026/27: 94 Vormittagsbetreuung, 54 verlängerte Öffnungszeiten, 13 Ganztagsbetreuung Einrichtung Betreuungsmodell 2026/2027 Weildorf 7:15 -13:15 Uhr Grasbeuren 7:15 -13:15 Uhr Lichtenberg 7:15 - 13:15 Uhr, 7:15 - 14:15 Uhr Beuren 7:15 - 13:15 Uhr, 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 4 Nachmittagen Am Keltenring 7:15 - 13:15 Uhr, 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 4 Nachmittagen Krippe Am Keltenring 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 2 Nachmittagen (Mo + Mi) Kleiner Brühl 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 4 Nachmittagen Fohrenbühl 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 4 Nachmittagen Kath. Kindergarten St. Josef 7:00 - 13:00 Uhr, 7:00 - 14:00 Uhr, 7:00 - 16:00 Uhr an 4 Nachmittagen Krippe St. Josef 7:30 - 13:00 Uhr Familienforum (Krippe) 7:30 - 12:30 Uhr, 7:00 - 14:00 Uhr Natur-und Forscherkindergarten 7:35 - 13:30 Uhr Einrichtung Betreuungsmodell 2027/2028 Weildorf 7:15 -13:15 Uhr Grasbeuren 7:15 -13:15 Uhr Lichtenberg 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr Beuren 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr Am Keltenring 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 4 Nachmittagen Krippe Am Keltenring 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 2 Nachmittagen (Mo + Mi) Kleiner Brühl 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr Fohrenbühl 7:15 - 13:15, 7:15 - 14:15 Uhr, 7:15 - 16:15 Uhr an 4 Nachmittagen Kath. Kindergarten St. Josef 7:00 - 13:00 Uhr, 7:00 - 14:00 Uhr, 7:00 - 16:00 Uhr an 4 Nachmittagen Krippe St. Josef 7:30 - 13:00 Uhr Familienforum (Krippe) 7:30 - 12:30 Uhr, 7:00 - 14:00 Uhr Natur-und Forscherkindergarten 7:35 - 13:30 Uhr Die Umsetzung in den einzelnen Einrichtungen ist wie folgt vorgesehen: