Landespolizei Sachsen-Anhalt verzeichnet 4.144 politisch motivierte Straftaten 2025 in Sachsen-Anhalt; Höchster Stand seit 2001
Pressemitteilung: 220/2026 Magdeburg, den 28.04.2026 Staatskanzlei und Ministerium für Kultur Politisch motivierte Kriminalität 2025: Politisch motivierte Straftaten auf einem neuen Höchststand Die Landespolizei Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr erneut mehr politisch motivierte Straftaten im Vergleich zum Vorjahr registriert. Insgesamt wurden im Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt 4.144 politisch motivierte Straftaten verzeichnet. Das waren 3,4 Prozent beziehungsweise 136 Straftaten mehr als im Jahr 2024 (4.008). Damit markiert das Jahr 2025 den höchsten Stand seit Beginn der Auswertung der politisch motivierten Kriminalität (PMK) im Jahr 2001. Das geht aus der Bilanz der PMK hervor, die Innenministerin Dr. Tamara Zieschang und Ministerialrat Mike Schnorrer am Dienstag in Magdeburg vorgestellt haben. Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Die besorgniserregende Rekordzahl politisch motivierter Straftaten in Sachsen- Anhalt ist ein ernstzunehmendes Warnsignal. Das Spektrum der Taten reicht von abgerissenen Wahlplakaten bis hin zu Gewaltstraftaten. Es muss mit aller Konsequenz und Entschlossenheit gegen jegliche Form des Extremismus vorgegangen werden – unabhängig von der Ideologie oder Motivation. Die politisch rechts motivierte Kriminalität bleibt die zentrale Herausforderung für die innere Sicherheit. Die Sicherheitsbehörden des Landes arbeiten weiterhin mit höchster Wachsamkeit.“ Dass die Landespolizei politisch motivierte Straftaten konsequent verfolgt, zeigt sich in der höheren Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr. Mit 43,1 Prozent konnte diese im Jahr 2025 leicht gesteigert werden (2024: 41,9 Prozent). Dies ergibt sich insbesondere aus der höheren Aufklärungsquote bei den Straftaten der Volksverhetzungen mit 75,1 Prozent (2024: 70,1 Prozent). Die Aufklärungsquoten von Bedrohungen mit 63,5 Prozent (2024: 64 Prozent) und Beleidigungen mit 73 Prozent (2024: 72,2 Prozent) liegen etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Bei rechtsmotivierten Straftaten liegt die Aufklärungsquote mit 48,2 Prozent (2024: 45,6 Prozent) wiederholt über der allgemeinen Aufklärungsquote. Im vergangenen Jahr wurden weniger politisch motivierte Gewaltdelikte registriert als im Jahr 2024. Insgesamt wurden 130 politisch motivierte Gewaltstraftaten erfasst. Das sind 21 Straftaten bzw. 13,9 Prozent weniger als im Vorjahr (151). Im Bereich PMK-rechts wurden mit 90 Gewaltstraftaten 16 Fälle bzw. 15,1 Prozent weniger Fälle als im Vorjahr erfasst (2024: 106). 70 Prozent bzw. 63 Fälle der rechts motivierten Gewaltstraftaten wurden aufgeklärt. Im Bereich PMK-links wurden 28 Gewaltstraftaten erfasst und damit zwei Fälle mehr als im Jahr 2024. Weitere zwölf Gewaltstraftaten wurden im Bereich PMK- sonstige Zuordnung registriert (2024: 13). Bei den Gewaltdelikten handelt es sich überwiegend um Körperverletzungen (113 Fälle) und Widerstandsdelikte (acht Fälle). Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Jede politisch motivierte Gewalttat ist ein Angriff auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung und eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Unsere Demokratie lebt von einem respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Meinungen – nicht von Gewalt, Hass und Einschüchterung. Das Ziel der Landespolizei ist und bleibt es, den Schutz unserer Bevölkerung zu gewährleisten und die Aufklärung dieser Straftaten stetig zu verbessern.“
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