Donald Trump verhängte neue Zölle bis zu 12,5% auf Importe von 60 Handelspartnern weltweit; EU betroffen
August 2026 Erstellt für Handelsverband Deutschland - HDE e.V. Erstellt vom
August 2026 | Seite 02 Gesamtwirtschaftliches Umfeld Vor einem Monat wurde im Kurzbericht noch die Unterzeichnung des Rahmenabkommen zwi- schen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs besonders erwähnt. Mittlerweile ha- ben die Kamphandlungen wieder massiv zugenommen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist erneut gestoppt. Außerdem kommt es zu weiteren Konflikten zwischen der Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien, die Einfluss auf den Schiffsverkehr im Roten Meer und damit im Suez-Kanal haben. Die wieder zunehmenden Spannungen im Nahen Osten dürften über kurz oder lang auch wie- der negative Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland haben. Bei den Energiepreisen zeigen sich bereits Steigerungen. Der Gaspreis erreichte das höchste Niveau seit Ausbruch des Kriegs. Der Krieg ist jedoch nicht das einzige geopolitische Thema, das aktuell relevant ist. Auch bei den Zöllen gibt es Entwicklungen. So trat zum 1. Jul das Handelsabkommen zwischen der EU und USA in Kraft. Wenige Wochen später zeigt sich jedoch erneut, dass Abkommen mit den USA keine Planbarkeit bringen. Denn US-Präsident Donald Trump verhängte jüngst neue Zöl- le von bis zu 12,5 Prozent auf Importe von 60 Handelspartnern, die angeblich unzureichend gegen Zwangsarbeit vorgehen. Hiervon sind auch einige Produkte der EU betroffen. Für die Unternehmen gibt es also zurzeit einige Unwägbarkeiten. Dazu zählt auch das Wetter, wie sich bereits Ende Juni zeigte. In den kommenden Wochen sind Hitzeperioden noch wahr- scheinlich. Diese verringern die Produktivität der Beschäftigten. Weitere negative Effekte sind mit dem Niedrigwasser in den Flüssen verbunden, da dadurch die Transportkapazitäten ein- geschränkt werden. Die Rahmenbedingungen für die weitere konjunkturelle Entwicklung sind also sehr fragil. Dabei hatte sich die Lage nach der zwischenzeitlichen Beruhigung im Nahen Osten durchaus verbes- sert. Dies ist auch in den jüngsten konjunkturellen Kennzahlen für den Mai abzulesen. Am 6. Juli vermeldete das Statistische Bundesamt, dass der Auftragseingang im verarbeitenden Gewer- be um 1,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zugenommen hatte. Der Anstieg der Produktion im produzierenden Gewerbe beläuft sich auf 0,9 Prozent. Gleich hoch war die Zunahme der Exporte. Eine positive Entwicklung wies ebenfalls das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal auf. Ergebnis der Schnellschätzung, die das Statistische Bundesamt am 30. Juli veröffentlichte, ist ein Wachstum von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Da zugleich der BIP-Anstieg im ersten Quartal um 0,1 Prozentpunkte auf nun 0,4 Prozent noch oben revidiert wurde, gab es damit im ersten Halbjahr trotz dem Krieg im Nahen Osten ein überraschend hohes gesamtwirt- schaftliches Wachstum.
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