Bank of Japan hält Leitzins bei 1,00% in Tokio; Yen-Schwäche stärkt Inflationsrisiken.
Bank of Japan hält Leitzins bei 1,00% in Tokio; Yen-Schwäche stärkt Inflationsrisiken. Macro Research News Flash 31. Juli 2026 Japan: Die BoJ und der schwache Yen – eine unendliche Geschichte? Veröffentlichung Aktuell Prognose NORD/LB Bisher Quelle: Bank of Japan, NORD/LB Research Einschätzung Die Bank of Japan hat das Leitzinsniveau nicht abermals erhöhen wollen. Diese Nachricht stellt keine große Überraschung dar. Der maßgebliche Leitzins notiert folglich weiterhin bei einem Wert von 1,00%. Anlässlich der Notenbanksitzung im Juni hatten die Geldpolitiker in Tokio noch eine vorsichtige Zinsanhebung gewagt; nun ist offenkundig wieder mehr Zögerlichkeit angesagt. Dabei gab es nur eine Gegenstimme; Hajime Takata sprach sich für einen erneuten kleinen Zinsschritt nach oben aus. Der Regierungschefin des Landes wird eine eher kritische Haltung zu Leitzinsanhebungen nachgesagt. Sie scheint in entsprechenden geldpolitischen Maßnahmen letztlich eine signifikante Bedrohung für ihre fiskalpolitischen Pläne zu sehen. Das in diesem Kontext wohl eher maßgebliche Kapitalmarktzinsniveau in Japan ist in der jüngeren Vergangenheit allerdings schon spürbar gestiegen. Zentralbankchef Kazuo Ueda verwies anlässlich der heutigen Pressekonferenz nach der Notenbanksitzung auf die Zeitverzögerungen bei der Wirkung geldpolitischer Impulse. Er gab auch zu Protokoll, dass man Inflationsgefahren nun genau im Auge behalten muss. Das Risiko für eine Rückkehr der Deflation habe sich eindeutig reduziert. In diesem Umfeld wird man das Leitzinsniveau seiner Auffassung nach weiter anheben müssen. Er thematisierte zudem die Effekte der Yen-Schwäche auf die japanischen Inflationsraten; hier sieht er inzwischen größere Auswirkungen. Der Notenbankchef wollte sich aber natürlich nicht expliziter zu kurzfristigen Bewegungen am Devisenmarkt äußern. Ueda betonte zudem die Notwendigkeit, auch das langfristige Vertrauen in die fiskalpolitische Stabilität Japans sicherzustellen und sprach sich zumindest zunächst eher gegen Maßnahmen zur Yield-Curve-Control aus. Die akute Schwäche des Yen kann mit Blick auf die weitere Inflationsentwicklung in der Tat zu einem größeren Problem werden. Die zwischenzeitliche Angst vor Interventionen durch die japanischen Wirtschaftspolitiker war zuletzt eindeutig wieder in den Hintergrund gerückt. Interessanterweise wurde auch direkt vor der Notenbanksitzung agiert – zunächst mit Erfolg. Die Wirkung der Interventionen verpufft mittlerweile aber bereits wieder nach und nach. Die Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit haben sich in der Summe als nicht nachhaltig wirksam erwiesen; man ist fast geneigt, an dieser Stelle von einem Strohfeuer zu sprechen. In Tokio werden derweil offenbar weiterhin Pläne diskutiert, die größeren Altersvorsorgeeinrichtungen des Landes offensiver zum Kauf von mehr japanischen Anleihen und Aktien zu animieren, um so den Yen zu stützen. Dieses Ansinnen wirkt fast schon etwas hilflos; eine noch offensivere Verkündung dieser Idee könnte vielleicht sogar eher zu einer Belastung für die japanische Währung werden. Die Geldpolitiker werden die Marktteilnehmer überraschen müssen, um dem Yen kurzfristig Spielräume für eine Aufwertung zu geben. Genau dazu scheint die Notenbank aber (noch?) nicht bereit zu sein. Fazit ...