Deutschland BIP Q2 0,2% q/q; Historische Revisionen heben Vorjahre deutlich an.
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Macro Research News Flash 30. Juli 2026 BIP Deutschland: Q2-Zahlen und Revisionen hellen das Konjunkturbild auf Veröffentlichung Aktuell Prognose NORD/LB Vormonat BIP sa Q/Q, vorl. 0,2% 0,1% 0,4% rev. BIP wda Y/Y, vorl. 0,9% 0,6% 0,7% rev. BIP nsa Y/Y, vorl. 0,9% 0,6% 0,8% rev. Quelle: Destatis, Bloomberg, NORD/LB Macro Research Einschätzung
Die deutsche Konjunktur hat sich im ersten Halbjahr deutlich robuster entwickelt als erwartet. Nach vorläufi- gen Angaben des Statistischen Bundesamts wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) saison- und kalen- derbereinigt auch im zweiten Quartal. Gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres legte die Wirtschafts- leistung um 0,2% Q/Q zu. Zudem wurde das Wachstum für das erste Quartal auf +0,4% Q/Q nach oben revi- diert. Die Jahresrate kletterte zur Jahresmitte entsprechend auf 0,9% Y/Y. Die heutigen Zahlen liegen über den Erwartungen der zuvor befragten Analysten und Volkswirte und stellen eine positive Überraschung dar. Die Statistiker haben wie üblich im Rahmen der ersten Schnellschätzung zwar noch keine Details veröffent- licht, in der Pressemitteilung finden sich aber wieder einige qualitative Aussagen zur Verwendungsseite. Demnach kam Unterstützung vom Außenhandel, was angesichts des Terms-of-Trade-Schocks und des für deutsche Unternehmen herausfordernden internationalen Wettbewerbs etwas überraschend ist. Wie er- wartet war die Dynamik des privaten Konsums verhalten, es kam aber nicht zu einem Einbruch. Hierzu dürfte auch die Dämpfung des Energiepreisschocks an der Zapfsäule durch den sogenannten Tankrabatt ei- nen Beitrag geleistet haben. Die Investitionen gingen hingegen im zweiten Quartal zurück und dämpften das Wachstum. Dies dürfte vor allem auf die Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen sein, während der witte- rungsbedingte Aufholeffekt und die robuste Entwicklung der Bauproduktion in Q2 gegen einen stärkeren Rückgang der Bauinvestitionen sprechen. Die deutsche Konjunktur hat damit nicht nur im ersten Halbjahr überraschend den Belastungen durch den Irankonflikt und den Energiepreisschock getrotzt. Mindestens so wichtig ist dieses Mal die Revision der his- torischen Daten. Die Mitte des Jahres übliche Generalrevision hat demnach zu teils deutlichen Aufwärtsrevi- sionen für die vergangenen Jahre geführt. Diese stellen zwar das bisherige Wachstumsbild nicht völlig auf den Kopf, zeigen aber doch einen deutlich positiveren Verlauf als bislang gemeldet. So ist die Wirtschaftsleis- tung im Jahr 2024 nicht um 0,5% Y/Y geschrumpft, sondern stagnierte im Vergleich zum Vorjahr. Neuere Informationen und Rückrechnungen haben zudem zu weiteren leichten Wachstumsverschiebungen nach oben für die Jahre seit 2011 geführt. Die deutsche Wirtschaftsleistung expandiert nun bereits seit drei Quartalen und ist das letzte Mal im Früh- jahr 2024 geschrumpft, was angesichts des herausfordernden globalen Umfelds durch Geopolitik und zu- nehmenden Protektionismus schon bemerkenswert ist. Allen Pessimisten, die für die deutsche Wirtschaft das Narrativ des kranken Mannes in Europa wiederbelebt hatten, senden die heute veröffentlichten Wachs- tumszahlen eine klare Botschaft: Der Patient lebt! Das globale Umfeld bleibt für die deutsche Wirtschaft eine Belastung, insbesondere die ungelöste Irankrise und ihre Auswirkungen auf Energiepreise und Lieferketten. Die deutsche Wirtschaft wird aber zugleich von dem Fiskalimpuls stabilisiert. Zudem macht der dreimal in Folge gestiegene ifo-Geschäftsklimaindex berech- tigte Hoffnungen auf eine resiliente konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten. Insofern se- hen wir uns bestätigt, dass viele Wachstumsprognosen für 2026 in den letzten Monaten zu stark nach unten korrigiert wurden. Vielmehr ist so gut wie sicher: Deutschland kehrt 2026 auf den Wachstumspfad zurück. Fazit Analyst: Christian Lips Chefvolkswirt +49 (0)511 361-2980 +49 (0)172 735 1531 christian.lips@nordlb.de Die deutsche Konjunktur hat sich im Frühjahr überraschend resilient gegenüber den vielfältigen äußeren Belastungsfaktoren gezeigt. Gegenüber dem Vorquartal legte die reale Wirtschaftsleistung um 0,2% zu. Zudem wurde das Wachstum für das erste Quartal aufwärts revidiert. Damit trotzt die deutsche Wirt- schaft nicht nur den Folgen des Irankriegs, zugleich zeichnen die teils deutlichen Aufwärtsrevisionen ein positiveres Wachstumsbild für die Vorjahre als bislang gedacht. Die jüngsten Eskalationen im Nahen Os- ten mahnen sicher zur Vorsicht. Nach den heutigen BIP-Daten ist aber so gut wie sicher, dass die deutsche Wirtschaft 2026 auf den Wachstumspfad zurückfindet. Der Patient lebt – allen Unkenrufen zum Trotz!
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