Bank of Japan hält Leitzins in Tokio unverändert; Baldige Zinserhöhung um 25 bp wahrscheinlich
Macro Research News Flash 3. August 2026
Japan: Der Kampf gegen die Yen-Schwäche – Bessent, übernehmen Sie! Veröffentlichung Aktuell Prognose (in 3M) Bisher
Quelle: Bank of Japan, NORD/LB Research Einschätzung
Die Bank of Japan ist ganz eindeutig in den Fokus der internationalen Finanzmärkte gerückt. Die Notenbanker in Tokio haben sich anlässlich der Notenbanksitzung am Freitag nicht getraut, das Leitzinsniveau abermals zu erhöhen. Diese Nachricht darf sicherlich nicht als größere Überraschung bezeichnet werden; die Premierministerin Sanae Takaichi blickt offenkundig recht skeptisch auf das Ansinnen der Bank of Japan, die Geldpolitik im Land der aufgehenden Sonne bald weniger expansiv zu gestalten. Dennoch hat das Ausbleiben einer Leitzinserhöhung in Japan zu größeren Sorgen am Devisenmarkt beigetragen. Die ausgeprägte Schwäche des Yen ist mittlerweile zu einem Problem für die japanische Volkswirtschaft geworden. Die starke Abwertungstendenz bei der Währung des asiatischen Landes verschärft ohne jeden Zweifel die dort inzwischen langsam aufkeimenden Inflationssorgen. Auf diesen Zusammenhang hatte jüngst auch der Zentralbankchef Kazuo Ueda hingewiesen. Japan hatte direkt vor der Notenbanksitzung am Devisenmarkt interveniert. Die sehr zögerliche Haltung der Notenbanker in Tokio ließ die Auswirkungen der Yen-Käufe durch offizielle Stellen dann allerdings regelrecht verpuffen. Die fast schon etwas hilflos wirkenden Bemühungen Japans zur Stärkung des Yen riefen schließlich sogar die US-Regierung auf den Plan. Die Vereinigten Staaten haben entsprechend ebenfalls am Devisenmarkt interveniert, um gegen die ausgeprägte Schwäche des Yen zu kämpfen. Finanzminister Scott Bessent will mit dieser währungspolitischen Maßnahme wahrscheinlich vor allem noch umfangreichere Verkäufe von langlaufenden US-Staatsanleihen durch Tokio verhindern, um so einen weiteren Anstieg des Kapitalmarktzinsniveaus im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu verhindern. Zudem scheinen sich einige Wirtschaftspolitiker in Washington aufgrund der massiven Abwertungstendenzen beim Yen inzwischen Sorgen um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Industrieunternehmen in den USA zu machen. Diese Fragestellung steht aktuell aber sicherlich nicht im Fokus der US-Wirtschaftspolitik – insbesondere das langfristige Zinsniveau ist derzeit ins Blickfeld der Regierung in Washington gerückt. Die Vereinigten Staaten müssen schließlich eine gigantische aufgelaufene Staatsverschuldung finanzieren. Scott Bessents Erfahrungen als Manager eines Hedge-Fonds könnten aktuell in jedem Fall sehr hilfreich sein. Interventionen am Devisenmarkt lösen in der Regel keine Problemursachen. Die sicherlich nicht uneigennützige Unterstützung aus Washington erkauft der Bank of Japan vor allem Zeit, um die geldpolitische Ausrichtung in Tokio nach und nach weniger expansiv zu gestalten; daher ist in der näheren Zukunft wohl mit einer Leitzinsanhebung um 25 bp zu rechnen. In diesem Kontext rückt natürlich auch sofort das Problem der „Carry-Trades“ ins Blickfeld, über welches in der jüngeren Vergangenheit schon viel gesprochen worden ist. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass die aktuellen Ereignisse in Asien auch Implikationen für die Geldpolitik der Fed haben könnten. Leitzinsanhebungen durch das FOMC wären in jedem Fall nicht hilfreich für den Yen – und könnten somit in Tokio einen erhöhten Druck auslösen, der dann letztlich weitere Verkäufe von US-Staatsanleihen zur Folge hätte! Fazit
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