Regierungsrätin Jacqueline Fehr Rede bei Fachtagung zu Gewalt gegen Frauen in Zürich; 6000 Befragte, 31% 18–24 Jahre diskriminierende Einstellungen
Begrüssung Jaqueline Fehr
Kanton Zürich Direktion der Justiz und des Innern Generalsekretariat
Juni 2025 «Und bist du nicht willig …» Rede von Regierungsrätin Jacqueline Fehr anlässlich der Fachtagung «Häusliche, se- xualisierte und geschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen im Kontext von Männ- lichkeitsnormen und Migration» Liebe Anwesende Vor kurzem fragten mich zwei Journalistinnen bei einem Interview: «Es gibt Roadmaps, Legislaturziele und Massnahmen auf allen staatlichen Ebenen. Es gibt parlamentari- sche Vorstösse, Initiativen aus der Zivilgesellschaft. Und so weiter und so fort. Und doch nimmt die Gewalt gegen Frauen nicht ab. Warum?» Ja, warum? Natürlich stellen sich diese Frage auch unsere Fachleute und natürlich stelle ich sie mir ebenso selber. Denn es ist die entscheidende Frage. Wir müssen uns dieser Frage annehmen. Meine Antwort auf das «Warum?» lautet: Weil unsere Massnahmen, Bemühungen und Bestrebungen zwar alle richtig und wichtig sind – doch sie dringen nicht zum Kern des Problems vor. Nämlich zu den patriarchalen Strukturen und Haltungen innerhalb unserer Gesell- schaft. Nun mögen einige einwenden: Nicht jeder Täter tötet aus einem patriarchalen Antrieb, also mit einem Dominanz- und Unterwerfungs-Motiv. Es gibt auch den psychisch kran- ken Täter. Und es gibt die sozioökonomischen Faktoren. Ja, es gibt sie. Doch weder mit den psychisch kranken Menschen noch mit Bildungs- und Einkom- mensunterschieden können wir die hundert- und tausendfache Gewalt gegen Frauen erklären. Genauso wenig mit der Herkunft. Doch dazu später. Meine Damen bis Herren Restriktiv-dominante Männlichkeitsvorstellungen – also die Überzeugung, der Mann sei der Frau überlegen, Gleichstellung sei schädlich und Gewaltanwendung in Beziehun- gen eine legitime Form des Umgangs: Solche Vorstellungen sind verbreitet. Nicht nur in der Schweiz. Aber auch in der Schweiz. Seite 2/6
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