Rebecca Liebig führt Sommertour durch Nordrhein-Westfalen; vernetzter hybrider Beratungsansatz beschleunigt Verfahren
Rebecca Liebig führt Sommertour durch Nordrhein-Westfalen; vernetzter hybrider Beratungsansatz beschleunigt Verfahren Mit präventiver Arbeitsmarktpolitik und neuen Ansätzen in der Beratung im Strukturwandel bestehen | Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik 10.07.26 „Vor Ort sein, Kontakte knüpfen und sich einen persönlichen Eindruck verschaffen – das ist mir ein besonderes Anliegen“, so Rebecca Liebig anlässlich einer Sommertour zu Einrichtungen der Bundesagentur für Arbeit nach Nordrhein-Westfalen. Das sei angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit und schwieriger Beschäftigungsperspektiven umso dringlicher. Der Blick müsse auf Branchen und Unternehmen mit Fachkräftebedarf gerichtet sein und Menschen bei drohender Arbeitslosigkeit dahin orientiert werden. „Hier müssen die Akteurinnen am Arbeitsmarkt zusammenarbeiten“, so die ver.di-Vorständin. Als Verantwortliche für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik im ver.di-Bundesvorstand und Mitglied im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat sie sich in Begleitung ihrer Gewerkschaftskolleginnen über den Arbeitsmarkt im bevölkerungsreichsten Bundesland und das Modell der vernetzten hybriden Beratung informiert. Die Regionaldirektionen vertreten die BA auf Landesebene. Zur Abstimmung der Leistungen der Arbeitsförderung mit der Arbeitsmarkt-, Struktur- und Wirtschaftspolitik der Länder arbeiten sie mit den Landesregierungen zusammen. In Nordrhein-Westfalen, das sich in der Transformation von historischem Ausmaß befindet, sind die Anforderungen an regionale Arbeitsmarktpolitik besonders anspruchsvoll. Auch im Dienstleistungssektor verändern Digitalisierung, der Einsatz von KI und der demografische Wandel den Arbeitsmarkt rasant. Es muss rechtzeitig gegengesteuert werden. So haben private Versicherungsgesellschaften angekündigt, dass sie Arbeitsplätze wegen KI einsparen werden. 43.900 und damit fast jeder vierte Beschäftigte in dieser Branche arbeitet in Nordrhein-Westfalen. Die BA unterstützt mit Beratung und Förderung, handeln müssen jedoch alle Akteureinnen am Arbeitsmarkt, damit Menschen gar nicht erst arbeitslos werden. Die ver.di-Kolleginnen warben beim Geschäftsführer der Regionaldirektion Roland Schüßler für eine frühzeitige Unterstützung zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit der Fachkräfte sowie insgesamt um mehr Aufmerksamkeit für den Dienstleistungssektor. Rebecca Liebig unterstrich die Notwendigkeit präventiver Arbeitsmarktpolitik. Sie forderte ein Frühwarnsystem und die Verstärkung von Job-to-Job-Aktivitäten. Beim Ortstermin in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster wurde es konkret mit der Beratung und Vermittlung von Menschen, die sich beruflich umorientieren müssen. Im Gespräch mit der Agenturleitung und den Mitarbeitenden wird sofort spürbar: Es weht hier ein anderer Wind. Die Kundinnen der Agentur für Arbeit sind kein Objekt im Vermittlungsprozess, sondern bewegen sich mit den Beraterinnen und den weiteren Beteiligten bei der Beratung, Förderung und Vermittlung auf Augenhöhe. Den „Ansatz der vernetzten hybriden Beratung auszuweiten und so Verfahren zu beschleunigen und Behördengänge zu ersetzen“, hat die Sozialstaatskommission als Empfehlung ausgegeben. In der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster als Vorreiter und in mittlerweile 16 weiteren Agenturen für Arbeit ist es gelebte Praxis. Hierbei werden die Kundinnen mit ihren konkreten Bedarfen direkt in den Beratungs- und Vermittlungsprozess einbezogen. Regelmäßig können von einem Ort aus, der neben der Agentur für Arbeit gegegenenfalls auch das Jobcenter oder das Sozialamt sein kann, intern und trägerübergreifend beispielsweise mit der Rentenversicherung, mit Bildungsträgern oder sozialen Einrichtungen Fragen geklärt und Anträge auf den Weg gebracht werden. Das Beratungsmodell wirkt sich positiv auf die Gesprächsatmosphäre und die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung aus. Die Mitarbeitenden der Agentur für Arbeit wurden behutsam mit auf den Weg zur vernetzten hybriden Beratung genommen, erklärte Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Überzeugt habe unter anderem, dass sie ihre Aufmerksamkeit mehr auf ihre Kundinnen richten und sich die Zeit für Beratung und Sachbearbeitung freier einteilen könnten. Der hybride Ansatz erspare Wege und Verwaltungsaufwand. Am Ende stünden umfassende Beratung und besseres Matching am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die technische Umsetzung sei überdies unproblematisch gewesen. Der agile Ansatz führe zu mehr Zufriedenheit seiner Kolleg*innen, bestätigt auch ver.di-Personalrat Daniel Stiemert. Der Erfolg des Modells der vernetzten hybriden Beratung lebt in Ahlen-Münster vom engagierten Einsatz von Geschäftsführung und Mitarbeitenden der Agentur für Arbeit. LinkedIn: BA_Regionaldirektion_NRW und Agentur_fuer_Arbeit_Ahlen-Münster 10.07.26 10.07.26 11.05.26 09.03.26 16.02.26