Stadtpfarrer Dr. Klaus Metzl; lädt Pfarrangehörige und Wallfahrer zur Mitfeier des Patroziniums der Gnadenkapelle Altötting; am 14./15. August
08.08.2026 – 23.08.2026 Nr. 37/38 KW 33/34
Liebe Pfarrangehörige! Liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer!
Jene Frau aus der Menge, die sich aus Begeisterung für Jesus nicht mehr zurückhalten konnte, und ihm spontan mit dem Ausruf ins Wort fällt: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat! – ist in Erinnerung geblieben. Für unsere Ohren ist das ein eher ungewöhnlicher Jubel-Ruf. Er beschreibt eine typisch orientalische Szene, wo sich eine Ergriffenheit voller Überschwang äußert, und das Loben und Rühmen der Mutter auf den Sohn zurückfällt, und damit letztlich den Sohn selber preist. Diese Selig-Preisung der unbekannten Frau aus der Menge ist gewissermaßen eine Wurzel für unsere Marien-Verehrung. Denn auch wir verehren Maria ja nicht isoliert von ihrem Sohn Jesus Christus: Wo Maria, die Mutter, geehrt wird, da schwingt immer zutiefst auch das Lob ihres Sohnes mit. Wo Maria, die Mutter, um Schutz und Hilfe angerufen wird, da drückt sich immer auch das unerschütterliche Vertrauen aus, dass sich der Mensch in Gottes Gegenwart und Barmherzigkeit einbergen kann. Wo Maria, die Selig-Gepriesene, Verehrung und Dank erfährt, da weiß ein gläubiger Mensch Gott selber erlösend und heilend am Werk. Denn das Lob der Mutter fällt auf den Sohn zurück und ehrt den Schöpfer. Für Jesus sind daher alle Menschen zu beglückwünschen und selig zu preisen, die – wie Maria – das Wort Gottes hören und es befolgen! Damit spielt Jesus gleichsam durch seine Selig-Preisung den Ball an die unbekannte Frau zurück und ermutigt sie, sein Wort aufzunehmen und es zu befolgen. Denn überall dort, wo Menschen Gottes Wort und Weisung im Herzen aufnehmen und in ihrem Leben befolgen, da wird Gott selber geehrt. Und überall dort, wo Menschen der wirksamen Gegenwart Gottes vertrauen, da fällt Segen auf sie zurück und bereichert ihr Leben. Da wächst die Kraft, um an einer guten, menschenwürdigen, gerechten und friedvollen Zukunft zu bauen. Menschen, die – wie Maria – ganz und gar mit Jesus und seinem himmlischen Vater als Familie Gottes leben, sind aber nicht nur glücklich zu nennen, sondern sie sind darüber hinaus selig zu preisen, weil sie über ihren Tod hinaus der Vollendung in der Gemeinschaft mit Gott entgegengehen, die wir Himmel nennen, und in der Maria, die Mutter des Herrn, bereits mit Leib und Seele vollendet ist. So lade ich Sie alle sehr herzlich zur Mitfeier des Patroziniums der Gnadenkapelle am 14. und 15. August ein und freue mich auf ihr Kommen.
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