Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie – Sortenempfehlungen 2026 Winterkörnererbsen in Sachsen; Ertragsvorsprung bei Trockenjahren
Sortenempfehlungen 2026 Winterkörnererbsen
Autoren: Katharina Brütting, Michael Sorms; Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Abteilung 9; Referat 93; Telefon: 035242 631-9411; E-Mail: Katharina.Bruetting@lfulg.sachsen.de; Redaktionsschluss: 12.08.2026; www.lfulg.sachsen.de 1
Sortenempfehlungen 2026 – Winterkörnererbsen
Hinweise zur Sortenwahl In Sachsen entfällt der größte Anteil der angebauten großkörnigen Leguminosen mit fast 60% auf die Körnerfuttererbse. Obgleich die Praxisrelevanz der Wintererbse von geringerer Be- deutung ist, stellt diese in Folge von zunehmenden trocken-heißen Jahren eine Alternative zu der Sommerform dar, die zugleich Vorteile und Risiken birgt. Die Aussaat im Herbst bringt einen mittleren Entwicklungsvorsprung von 10 bis14 Tagen mit sich, der insbesondere bei Trocken- und Hitzeperioden im Frühjahr von Vorteil sein kann. Dar- über hinaus ermöglichen die Wintererbsen eine Bedeckung des Bodens über den Winter und stellen somit einen Schutz vor Erosion dar. Sie können die Bodenfeuchte aus dem Winter besser nutzen, was gerade in trockenen Frühjahren wie 2025 und 2026 von Vorteil ist, wohin- gegen die Bestandesetablierung der Sommerform vielerorts erschwert war. Auch der Schäd- lingsbefall, beispielsweise in Form des Erbsenwicklers, kann durch den zeitlichen Versatz deutlich geringer ausfallen. Zu berücksichtigen ist nichtsdestotrotz die Winterfestigkeit, die jedoch in den zunehmend mil- den Wintern der vergangenen Jahre ausreichend war. Hierbei ist eine optimale Bestandes- entwicklung vor dem Vegetationsende wichtig, die bei einem 2 bis 4-Blattstadium liegen sollte. Kühle und feuchte Witterungsbedingungen während dieser Zeit können zudem den Krank- heitsdruck erhöhen und Fußkrankheiten fördern. Das Ertragspotenzial der Wintererbsen ist hoch, ein allgemeingültiger Vergleich mit der Som- merform ist jedoch schwierig, da dieses stark von den Witterungsbedingungen abhängig ist. Vor allem in Jahren mit hohen Niederschlagsdefiziten wie in 2023 und 2025 ergab sich eine ertragliche Überlegenheit der Wintererbsen. Dagegen fiel 2024 der Kornertrag der Sommer- form höher aus, da sehr hohe Winterniederschläge das Auftreten von Fußkrankheiten bei der Winterform stark gefördert haben. Bei der Sortenwahl kommt es neben Ertragsvermögen und –stabilität auf eine gute Standfes- tigkeit und Strohstabilität an. Vorteilhaft ist eine geringe Lagerneigung bei gleichzeitig höherer Pflanzenlänge, so dass sich über eine größere Bestandeshöhe vor Ernte eine verbesserte Druschfähigkeit ergibt. Insbesondere auf Standorten mit hohem Lagerdruck oder auf Schlä- gen mit hohem Steinbesatz ist die Strohstabilität eine wichtige ertragssichernde Eigenschaft. Bei der Reife liegen die Erbsensorten dicht beieinander. Werden die Körnererbsen innerbetrieblich in der Fütterung verwendet, sind Rohproteingehalt und Rohproteinertrag beachtenswert. Die Sorten unterscheiden sich allerdings nur geringfügig um weniger als einen Prozentpunkt beim Rohproteingehalt.
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